19:22 05 Dezember 2019
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    New York Times: Russland tritt in geopolitischen Kampf um Antarktis ein

    © RIA Novosti . Alexander Solowski
    Politik
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    Der internationale Vertrag über die Antarktis läuft 2048 aus, die Weltmächte ringen jetzt schon um deren potenzielle Ressourcen. Russland erschließt die Antarktis, um dort „zu bleiben“.

    Immer mehr Länder streben an, ihre Positionen in der Antarktis zu festigen, die ein großes strategisches und kommerzielles Potenzial darstellt, schreibt The New York Times.

    2048 tritt der internationale Vertrag über die Antarktis außer Kraft. Sein Wegfall könnte in der Region den Weg zur Förderung von Eisenerz, Chrom, Kohle, Öl, Gas und wahrscheinlich von Diamanten freimachen. Wenn man den heutigen Stand des technischen Fortschritts und die Klimaänderung bedenkt, so können die Ressourcen der Antarktis, abgesehen von den schwierigen Naturbedingungen, zugänglicher denn je werden.

    Darüber hinaus wird die Region für die Erforschung des Weltraums und die Satellitennavigation genutzt. Zurzeit operieren in der Antarktis schon drei russische GLONASS-Stationen, was The New York Times einen Versuch nennt, „das Dominieren des amerikanischen GPS in Frage zu stellen“.

    „Wissenschaftler warnen davor, dass aufgrund der politischen Aktivität rund um die Antarktis die Grenze zwischen militärischer und ziviler Nutzung schon lange verschwommen sein wird, bevor die Zeit kommt, die Verträge über den Kontinent zu revidieren. Das gilt besonders für die Teile der Antarktis, die sich ideal zum Abfangen von Satellitensignalen oder zur Umleitung von Navigationssystemen eignen“, schreibt das Blatt.

    Unlängst haben russische Forscher ein großes Trinkwasserbecken entdeckt, wozu sie einige Kilometer tief durch das harte Eis bohren mussten. „Sie sehen, wir sind hier, um auf Dauer zu bleiben“, kommentierte der Leiter der Bellingshausen-Station, Wladimir Tscheberdak.

    Sehr aktiv in der Antarktis ist China, das 2014 in der Region schon seine vierte Antarktis-Station aufgebaut hat und bald die fünfte auf den Weg bringen will. Die USA besitzen in der Region drei reguläre Stationen. Die Amerikaner beklagen sich über Finanzierungskürzungen und die Tatsache, dass sie weitaus weniger Eisbrecher haben, als Russland. Südkorea, Weißrussland und Kolumbien sind auch bestrebt, die Antarktis zu erschließen, heißt es in dem Artikel.

    Die alten Zeiten, als in der Antarktis die Interessen der europäischen Länder, Australasiens und Nordamerikas im Vordergrund standen, sind laut dem Londoner Politologen Klaus Dodds endgültig vorbei. „In Wirklichkeit aber findet um die Antarktis ein geopolitischer Kampf statt“, so Dodds.

     

     

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    Tags:
    Eisbrecher, Antarktis, Australien, USA, Russland