23:23 21 August 2017
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    IS-Kämpfer (Achivfoto)

    Uno: US-Intervention in Irak an Entstehung des IS schuld

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    Terrororganisation Daesh (307)
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    Das militärische Eingreifen der USA im Irak im Jahr 2003 war laut dem Präsidenten der 70. UN-Vollversammlung Mogens Lykketoft ein falscher Schritt, der interkonfessionellen Hader provoziert und den Nährboden für das Auftauchen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ geschaffen hat.

    „Wir können nicht abstreiten, dass die Invasion der USA im Jahr 2003 aus vielen Gründen – und der Präsident (der USA Barack) Obama hat es selbst gesagt – eine falsche Entscheidung war. Als noch gefährlicher erwies sich jedoch, dass jene, die diese Entscheidung getroffen haben, keinerlei Vorstellung besaßen, womit sie es zu tun haben, ihnen war unklar, wie  sich die Folgen (der Invasion) —  zunehmende Differenzen in der Gesellschaft – vermeiden lassen, was den Nährboden für das Entstehen des IS geschaffen hat“, sagte Lykketoft im Interview mit einer russischen Zeitung.

    Seines Erachtens hätte man im Irak eine mehr demokratische und inklusive Gesellschaft durchsetzen, aber ebenso einen Vertrag abschließen müssen, der die Interessen der Minderheiten schützen würde. Der Vorsitzende der UN-Vollversammlung betonte, dass man die unglückliche irakische Erfahrung bei der Regelung des Konflikts in Syrien berücksichtigen müsse.

    Im Einklang mit dem vom UN-Sicherheitsrat bestätigten Plan werden sich im Januar Damaskus und die Opposition an den Verhandlungstisch setzen, wonach die Bildung einer Übergangsregierung, eine Verfassungsreform und Wahlen folgen, so Lykketoft. „Es stehen Wahlen bevor, aber vor ihrer Durchführung muss der konstitutionelle Rahmen geschaffen werden, der die Interessen der Minderheiten berücksichtigt – der Christen, Alawiten, Drusen und Kurden – und es ihnen erlaubt, sich geschützt zu fühlen“, so Lykketoft.

    „Das wurde im Irak nicht in gebührender Weise bedacht und spielte eine Rolle im Anwachsen der Zahl der Konflikte (in der Region)“, fuhr er fort und betonte, dass die Uno dem Schutz der Minderheiten im Irak und in Syrien möglichst mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. „Ansonsten erwartet uns die Fortsetzung der Bürgerkriege über eine lange Zeit. Das wird internationale Folgen haben“, warnte der Vorsitzende der UN-Vollversammlung.

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    Tags:
    Terrorismus, Terrormiliz Daesh, UN-Sicherheitsrat, Uno, Mogens Lykketoft, Syrien, Irak, USA
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