08:33 15 November 2019
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    Konstantin Kossatschjow

    Konfrontation zwischen Riad und Teheran: Hoffnung auf moderate Reaktion Irans?

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    Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und Iran (28)
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    Der Iran wird auf den Abbruch der diplomatischen Beziehungen durch Saudi-Arabien und die Hinrichtung von 47 Oppositionellen höchstwahrscheinlich nicht mit gewaltsamen Maßnahmen, sondern mit wirtschaftlichen Sanktionen reagieren. Diese Meinung äußerte der Chef des Auswärtigen Ausschusses im Föderationsrat (Oberhaus), Konstantin Kossatschjow.

    Dennoch würden die Spannungen in der ganzen Welt nur weiter wachsen. Kossatschow schätzt die Situation als „sehr ernsthaft“ ein und betont, dass sie nicht nur auf die Hinrichtung der Oppositionellen in Riad hinauslaufe.

    „Es handelt sich um eine geopolitische Konfrontation zwischen dem Iran und Saudi-Arabien als Spitzen des sunnitischen und des schiitischen Zweiges des Islams. In diesem Fall war die Hinrichtung nur eines mehrerer Kettenmitglieder“, sagte er. 

    Die Tatsache, dass der geistliche Führer des Iran scharf auf den Überfall auf die saudische Botschaft reagiert und somit zu verstehen gegeben habe, dass er der Förderung extremistischer Handlungen nicht geneigt sei, beruhige etwas, obwohl die Situation bei weitem nicht so optimistisch sei.

    „Obwohl dieser Konflikt von zwei Staaten provoziert wurde, wird er eine breite Resonanz in der Welt haben“, so Kossatschjow. 

    Das Innenministerium Saudi-Arabiens hatte am Samstag die Hinrichtung von 47 Personen bekanntgegeben, die „wegen Terroraktivitäten und Aufwiegelung zum Terrorismus“ verurteilt worden waren. Auf der Liste der Verurteilten standen der Al-Kaida-Anführer in Saudi-Arabien, Faris al-Zahrani, und der schiitische Prediger Ali al-Nimr.

    Die Hinrichtung des Letzteren löste heftige Proteste aus. Unter anderem wurde die Botschaft Saudi-Arabiens in Teheran angegriffen. Auch zahlreiche Politiker verurteilten die Hinrichtungen.

    Am Sonntag hatte der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir erklärt, Riad breche die diplomatischen Beziehungen zum Iran wegen „dessen unverhohlener Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Königreiches, feindlicher Handlungen in der Region sowie des Überfalls auf die Botschaft des Königreiches in Teheran und das Konsulat in der Stadt Maschhad“ ab.

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