Widgets Magazine
06:04 15 Oktober 2019
SNA Radio
    Russlands Außenministerium

    Konflikt zwischen Teheran und Riad: Moskau ruft Golfstaaten zu Zurückhaltung auf

    © Sputnik / Maxim Blinov
    Politik
    Zum Kurzlink
    Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und Iran (28)
    341466
    Abonnieren

    Moskau ist äußerst besorgt über die erneute Zuspitzung der Situation im Nahen Osten unter Beteiligung Saudi-Arabiens und des Iran als größte Mächte der Region. Das geht aus einer am Montag auf der offiziellen Webseite des russischen Außenministeriums veröffentlichten Mitteilung hervor.

    „Wir rufen Teheran und Riad und andere Golfstaaten ausdrücklich dazu auf, Zurückhaltung an den Tag zu legen und von jeglichen Schritten Abstand zu nehmen, die die Lage verschärfen und zu wachsenden Spannungen, darunter auf interkonfessioneller Grundlage, führen könnten“, heißt es in dem Dokument. 

    Die Behörde schlug den Konfliktparteien vor, sich an den Verhandlungstisch zu setzen. „Seinerseits ist Russland bereit, diese Anstrengungen zu unterstützen.“

    Unter anderem reagierte das Außenministerium auf den Überfall von Iranern auf die saudische Botschaft in Teheran und das Konsulat in der Stadt Maschhad nach der Hinrichtung des schiitischen Predigers Ali al-Nimr: „Überfälle auf diplomatische Vertretungen fremder Staaten können unter keinen Voraussetzungen als legitimes Mittel für Protest und Ausdruck politischer Ansichten betrachtet werden. Die Gaststaaten sind verpflichtet, für die Sicherheit der dort akkreditierten Botschaften und Konsulate in Übereinstimmung mit den internationalen Übereinkommen zu sorgen“, so die Mitteilung.

    Am Montag hatten Saudi-Arabien, Bahrain und der Sudan den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Iran verkündet. Die Vereinigten Arabischen Emirate riefen ihren Botschafter aus dem Iran ab. Alle vier Länder sind Mitglieder der Islamischen Militärkoalition. 

    Der Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien spitzte sich zu, nachdem Riad am Samstag die Hinrichtung von 47 Personen bekanntgegeben hatte. Auf der Liste der Verurteilten standen der Al-Kaida-Anführer in Saudi-Arabien, Faris al-Zahrani, und der schiitische Prediger Ali al-Nimr.

    Die Hinrichtung des Letzteren löste heftige Proteste aus. Unter anderem wurden die Botschaft Saudi-Arabiens in Teheran und das Konsulat in Maschhad angegriffen. Danach mussten saudische Diplomaten aus dem Iran evakuiert werden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und Iran (28)

    Zum Thema:

    Moskau will bei Dialog zwischen Riad und Teheran helfen
    Iran: Riad kann durch Abbruch der Beziehungen Hinrichtungen nicht vertuschen
    Irans Oberhaupt: „Saudische Politiker werden der Rache Gottes nicht entgehen“
    Proteste gegen Exekution: Demonstranten stürmen saudische Botschaft
    Tags:
    Außenministerium Russlands, Ali Mohammed al-Nimr, Faris al-Zahrani, Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien, Iran, Russland