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19:39 19 Oktober 2019
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    US-Präsident Barack Obama

    Riad und Washington – eine Allianz, die immer schwieriger zu rechtfertigen ist

    © REUTERS / Kevin Lamarque
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    Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und Iran (28)
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    Nach der Enthauptung von 47 Personen, darunter des schiitischen Predigers Ali al-Nimr, ist es für die US-Präsidialverwaltung noch schwieriger geworden, die Bündnis-Beziehungen zu Saudi-Arabien zu erklären. Dies berichtet „The New York Times“.

    Die Art und Weise, wie die Hinrichtung durchgeführt wurde, verbinden die meisten Amerikaner eher mit dem IS als mit einem engen US-Partner. Faktisch waren die Enthauptungen der Höhepunkt einer Reihe von Ereignissen in den letzten Jahren, die zu Widersprüchen zwischen den beiden Nationen führten. „Wir waren schon seit langem nicht mehr auf derselben Wellenlänge mit den Saudis. Das hat noch mit Mubarak angefangen“, sagte der Vizepräsident der Brookings Institution und ehemalige Berater von US-Außenminister John Kerry, Martin S. Indyk.

    2011 verurteilten die saudi-arabischen Führer US-Präsident Barack Obama und seine Berater dafür, dass sie es nicht geschafft hatten, den ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak während des Arabischen Frühlings zu unterstützen. Sie sollen Angst gehabt haben, so die Zeitung, dass ihnen das gleiche Schicksal drohen könnte, falls die Unruhen auch bis in das Königreich vordringen würden.

    Das Atom-Abkommen mit dem Iran habe das Gefühl der Regierung in Riad, dass die USA ihre fundamentale Politik im Nahen Osten überdenken würden, nur weiter angeheizt.

    Noch vor den Hinrichtungen habe US-Außenminister Jon Kerry die Führung in Riad vor den Folgen der Enthauptung des schiitischen Predigers Ali al-Nimr gewarnt. Nach der Hinrichtung rief der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, die Konfliktparteien dazu auf, sich weiterhin auf den Kampf gegen die Terrormiliz Daesh sowie der Regelung der Syrien-Krise zu konzentrieren.

    Hinter den Kulissen sollen sich einige US-Beamten sehr darüber aufgeregt haben, so die Zeitung, dass Saudi-Arabien genau diesen Zeitpunkt für die Ausführung der Hinrichtungen ausgewählt habe.

    Auch im Land selbst sei der Druck auf die Führung in Riad so hoch wie nie zuvor. „Das Königreich hat es mit einer potentiell einzigartigen Kombination von widrigen Umständen zu tun, darunter die niedrigen Öleinkommen, den andauernden Krieg im Jemen, die terroristischen Bedrohungen aus zahlreichen Richtungen und die sich weiter verschärfende Konkurrenz in der Region mit dem Todfeind Iran“, zitiert „The New York Times“ Bruse Riedel, einen CIA-Offizier mit Erfahrung in der Region.

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    Tags:
    Arabischer Frühling, Syrien-Krise, Terrormiliz Daesh, John Kerry, Saudi-Arabien, USA