03:00 20 Oktober 2020
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    Die schlimmsten Befürchtungen der westlichen Partner Ankaras haben sich nach dem Sieg der Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) bei den Parlamentswahlen bestätigt, schreibt The New York Times.

    Die schlimmsten Befürchtungen bezüglich des Verhaltens des türkischen Präsidenten haben sich nach dem Sieg seiner Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung bei den Parlamentswahlen bestätigt, so das Blatt. Noch vor der Abstimmung hat Erdogan den Krieg gegen die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) wiederaufgenommen, weil er seine Beliebtheitswerte vor der Abstimmung erhöhen wollte, und dann „hat er sich an die Demokratische Partei der Völker (HDP) gemacht“, die im Parlament eine Möglichkeit erhalten hatte, für die Rechte der nationalen Minderheiten, darunter auch der Kurden, einzutreten.

    „Die Verbündeten der Türkei, Amerika und Europa, haben schamlos und untätig der Brutalität der türkischen Armee zugeschaut, die ihre Luftangriffe gegen die kurdische Gebiete im Südosten des Landes geflogen hatte“, hebt die Zeitung hervor. Die Bomben fielen auf Dutzende Wohnviertel, im Ergebnis der Militäraktion sind seit Beginn 2015 etwa 3100 kurdische Kämpfer und eine unbestimmte Zahl von Zivilisten ums Leben gekommen.

    „Erdogan hätte dem Krieg ein Ende bereiten und den Integrationsprozess der Kurden in die türkische Politik einleiten können, stattdessen aber bewegt er sich in die Gegenrichtung, deswegen radikalisieren sich immer mehr Menschen, die glauben, dass Gewalt das einzige Mittel sei, eine größere Autonomie zu erreichen“, teilt die Zeitung mit.

    Außerdem widmet der türkische Präsident dem Kampf mit dem IS, wo sehr viel auf dem Spiel steht, nicht genügend Aufmerksamkeit, was für Spannung in der Region sorgt, unterstreicht The New York Times.

    „Herr Erdogan ist extrem weit von den Zeiten entfernt, als er noch als ehrbarer demokratischer Politiker der muslimischen Mehrheit und ein verlässlicher Partner in der Region galt“, so die Zeitung.

     

     

     

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    Tags:
    Recep Tayyip Erdogan, Türkei