18:37 22 August 2017
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    Proteste gegen Exekution in Teheran

    Experten: Saudi-Arabien fürchtet den Iran als Konkurrenten

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    Politik
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    Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und Iran (28)
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    Saudi-Arabien fürchtet den Iran, wie der Außenexperte Milad Jokar im Gespräch mit Sputnik France sagte.

    Erstens befürchtet Riad, dass die internationalen Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden, wonach die Bedeutung dieses Landes im Nahen Osten zunehmen wird, meint  Jokar.

    „Folglich wird der Iran seine Rolle und seine natürliche Lage in der Region widerherstellen,  übertrifft er doch nach der Bevölkerungszahl, der Fläche und den Naturressourcen Saudi-Arabien“, erklärte der Analytiker.

    Seines Erachtens sind Riads anti-iranischen und anti-schiitischen Aktivitäten ein Versuch, sich dieser geopolitischen Veränderung, die jetzt zugunsten des Irans erfolgt, zu widersetzen.

    Eine andere Furcht Saudi-Arabiens ist mit dem ökonomischen Faktor verbunden, ist sich der Analytiker sicher.

    „Es stimmt, dass Saudi-Arabien mehr Erdöl als der Iran exportiert. Teheran fördert  täglich drei Millionen Barrel, der Export beträgt lediglich 1,1 Millionen, wobei Riad täglich mehr als zehn Millionen Barrel fördert“, bemerkte Jokar. 

    Deshalb weckt die Rückkehr des Irans an den Ölmarkt bei den Saudis Befürchtungen, schlussfolgerte er.

    Der Journalist des französischsprachigen Rundfunks in Teheran Ahmad Nohostin meint, Saudi-Arabien habe einen Vorwand gesucht, um eine Konfliktsituation zu schaffen. Gerade deshalb habe es im Voraus das Szenario ausgearbeitet und die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen.

    „Danach versuchten sie, andere Staaten der Region, besonders den Kooperationsrat der Arabischen Staaten des Golfes, aber ebenso die Arabische Liga zu nötigen, sich an diese irrationale Politik Teheran gegenüber zu halten. Dort erlebten sie ebenso ein Fiasko, da unter den Ländern des Golf-Kooperationsrates jene waren, die es abgelehnt haben, dieser Politik Riads zu folgen“, meint Nohostin.

    Der Iran sucht seinerseits keine Konfrontation, so der Journalist. Und das bestätigte der Außenminister der Republik Mohammed Dschawad Sarif in einem Schreiben an den UN-Generalsekretär Ban Ki Moon.

    „Irans Politik in der Region – das ist eine Politik der gutnachbarlichen Beziehungen“, bemerkt Nohostin.

    Der Direktor des Instituts für internationale und strategische Beziehungen, Pascal Boniface, meint, dass in diesem Konflikt nicht der religiöse Faktor in den Vordergrund tritt, sondern der strategische Wettstreit zwischen beiden Ländern. Der Nahe Osten ist in jene geteilt, die Riad unterstützen, und in jene, die für Teheran sind. Deshalb meint Boniface, dass in dieser Situation ein Vermittler erforderlich ist.

    „Das sind nicht die USA, da sie erst seit kurzem eine gemeinsame Sprache mit Teheran gefunden haben, auch  würde der Iran Washington keinen Vorzug geben wollen. Möglicherweise könnte Russland, das Kontakte zu Saudi-Arabien als auch zum Iran besitzt, diese Rolle spielen“, bemerkte Boniface.

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    Tags:
    Öl, Sanktionen, Pascal Boniface, Ban Ki-moon, Mohammad Javad Zarif, USA, Iran, Saudi-Arabien
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