19:45 14 Dezember 2019
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    Stratfor: Mit Russland-Phobie wird sich Polen in Europa nicht durchsetzen

    © AFP 2019 / Wojtek Radwanski
    Politik
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    Die Länder Ost- und Mitteleuropas haben zu verschiedene Interessen, um gemeinsam den negativen Tendenzen zu widerstehen, die sich in der Europäischen Union entwickeln. Warschaus Versuch, gegen Moskau „Freunde zu suchen“, wird nicht das gewünschte Ergebnis bringen, so Analysten des privaten US-Informationsdienstes Stratfor.

    T-Shirt mit dem Porträt von Wladimir Putin
    © Sputnik / Sergei Malgavko
    Die Europäische Union „zerfällt“ allmählich unter dem Schlag der Migrations- und Wirtschaftskrise, und Polen sieht sich „als natürlicher Führer Mittel- und Osteuropas“, es versucht, darunter gegen Russland, solche Länder wie Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Litauen, Rumänien und andere um sich zu vereinigen. Doch die Tagesordnungen dieser Staaten stehen oft im Konflikt zu denen anderer, insbesondere zur polnischen, was den Prozess einer solchen Vereinigung recht schwierig mache, schreiben die Stratfor-Analysten.

    „Da Europa mehr geteilter wird, scheinen die Vorzüge in den Sphären Wirtschaft und Sicherheit, die ein Teil der Partnerschaft in der Europäischen Union werden sollten, für manche Länder Mittel- und Osteuropas nicht mehr so offensichtlich oder unzweifelhaft. Nur aus diesem Grunde kritisieren Polen und Ungarn die EU-Institute und werden es weiter tun. Sie werden für Maßnahmen eintreten, den Integrationsprozess auf Eis zu legen, aber zugleich versuchen, sich die nationalen Prärogativen zurückzuholen, die sie Brüssel abgetreten hatten“, heißt es in dem Bericht.

    Polen wird intensiv mit den Regierungen der anderen Länder in der Region arbeiten, heißt es ferner. Warschau wird versuchen, Tschechien, die Slowakei, Rumänien, Ungarn und die Länder des Baltikums um sich zu scharen, um eine gemeinsame Agenda für diese Länder zu formulieren. Das wird jedoch prinzipiell schwierig sein, weil all diese Länder die Bedrohungen, die aus der Sicht der polnischen Behörden angeblich von Russland ausgehen, verschieden bewerten.

    „Rumänien und Litauen teilen die polnische Sicht, wenn es um Russland geht, und unterstützen viel engere Beziehungen zur Nato in der Region, ebenso das existierende Sanktionsregime. Polen, Litauen, Rumänien und die Slowakei sind ebenfalls wegen der Dominanz der russischen Energieressourcen besorgt und werden kooperieren, um ihre Abhängigkeit von ihnen zu reduzieren“, so Stratfor.

    Laut den Analysten des Zentrums  gibt es sehr viele Unterschiede zwischen den Interessen Polens und seiner Kollegen.

    „Polen und Ungarn sehen Russlands Rolle auf verschiedene Art. Die Slowakei vertritt ebenso wie Ungarn eine flexiblere Position Russland gegenüber, da sie um ihre Energiesicherheit besorgt ist. Litauen unterstützt zwar Polens Verhältnis zu Russland, teilt aber nicht dessen EU-Skeptizismus“, heißt es im Stratfor-Bericht.

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    Tags:
    EU, Russland, Polen