13:50 16 Dezember 2019
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    National Interest: Saudi-Arabien hat im Clinch mit dem Iran die schlechteren Karten

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    Politik
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    Eiszeit zwischen Saudi-Arabien und Iran (28)
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    Die Lage im Nahen Osten hat nach der Hinrichtung von 47 Menschen, darunter eines schiitischen Predigers,in Saudi-Arabien zu einer Eskalation der ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen Riad und Teheran geführt, schreibt der Politologe Payam Mohseni in einem Beitrag für die Zeitschrift „The National Interest“.

    „Natürlich ist der Kalte Krieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien nicht neu. Im Laufe von vielen Jahren bestimmte er die Spaltungslinie im Nahen Osten. Aber nach dem Atomdeal mit dem Iran wurden die Einsätze in dieser Konfrontation deutlich höher“, so der Experte vom Belfer Center for Science and Internationale Affairs.

    In Riad hatte man offenbar Angst, dass die iranischen Behörden danach „alle  Vorteile normaler Beziehungen mit dem Westen“ genießen und negative Folgen des „revolutionären Verhaltens“ vermeiden könnten.

    „Obwohl weder Riad noch Teheran einen umfassenden Krieg wollen, sind sowohl das Wirtschaftsklima wegen der niedrigen Ölpreise als auch das politische Klima ‚günstig‘ für scharfe Rhetorik und erhöhen in beiden Hauptstädten das Risiko bzw. die Wahrscheinlichkeit eines direkten Konflikts“, so Mohseni.

    Die jüngsten riskanten Manöver Saudi-Arabiens hatten nach seiner Auffassung das Ziel, den Schaden von vielen Misserfolgen wiedergutzumachen, den Riad großenteils wegen der stabilen Entwicklung des Irans und wegen seiner eigenen Unfähigkeit, das Geschehen in der Region zu kontrollieren, erleiden musste.

    Unter den Misserfolgen erwähnte Mohseni die Unterzeichnung des Abkommens über Irans Atomprogramm und die baldige Aufhebung der antiiranischen Sanktionen, was zu einer Annäherung zwischen den USA und dem Iran führen könnte; die Erfolge des Irans und Syriens samt der Präsenz Russlands im Nahen Osten; Teherans Beteiligung an den Genfer Gesprächen zur Syrien-Regelung; die rechtswidrige  militärische Präsenz des Irans in einigen Ländern.

    „Der Kalte Krieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien wird durch die Tatsache belastet, dass die Saudis nicht begreifen, dass sich die Iraner in einer besseren Position befinden, um am Rande eines Kriegs zu balancieren“, warnt der Experte.

    Dank der Islamischen Revolutionsgarde könne der Iran die Schwachstellen Saudi-Arabiens und anderer Länder ausfindig machen. Zudem habe Teheran größere Erfahrungen und  militärische Möglichkeiten und sei zudem resistenter im Falle äußeren Drucks, ergänzte Mohseni.  „Diese Konfrontation könnte also beispiellos viele Schwachstellen des Königreichs aufdecken, und würde seine gesamte politische Ordnung gefährden.“

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