06:58 20 Februar 2018
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    Flüchtlinge in einem Bus

    „Wir schaffen das nicht!" – Landrat schickt Merkel Bus voller Flüchtlinge

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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Der Landshuter Landrat Peter Dreier macht seine Drohung wahr: Heute ist ein Bus mit Flüchtlingen nach Berlin gestartet, der direkt zu Angela Merkel zum Bundeskanzleramt fahren soll. Damit hatte er der Bundeskanzlerin bereits im Oktober gedroht, berichtet die „Welt“.

    „Wir schaffen das nicht!" Diese Worte warf der Landshuter Landrat in einem Telefonat Merkel an den Kopf. Noch im Oktober soll er laut der „Welt“ zu Merkel gesagt haben: "Wenn Deutschland eine Million Flüchtlinge aufnimmt, entfallen rechnerisch auf meinen Landkreis 1800. Die nehme ich auf, alle weiteren schicke ich per Bus weiter nach Berlin zum Kanzleramt."

    Jetzt hat der niederbayerische Politiker seine Drohung auch verwirklicht: In Niederbayern soll ein Bus mit 31 Flüchtlingen gestartet sein. Die Flüchtlinge wüssten Bescheid und seien alle damit einverstanden.

    Offensichtlich will Dreier, dass Merkel die Krise selbst zu spüren bekommt. Der Landshuter Politiker ist wohl sauer darüber, dass man in Berlin das System der Flüchtlings- und Asylbewerber-Unterbringung überhaupt nicht versteht. Wirksame Maßnahmen gegen die Flüchtlingskrise seien bisher nicht erkennbar. Die Kommunen seien diejenigen, die die konkreten Probleme am Ende Tag für Tag bewältigen müssten. Außerdem sei ein Ende der Flüchtlingswelle nicht in Sicht und die Unterbringungsmöglichkeiten gingen zur Neige, zitiert die "Landshuter Zeitung" online den Landrat.

    Merkel soll früher zu Dreier gesagt haben: "Wenn Sie Busse zu mir schicken, müsste ich die eigentlich nach Griechenland zurückschicken. Aber von dort laufen die Flüchtlinge dann wieder zu Ihnen." Das scheint aber den streitbaren Politiker nicht abgeschreckt zu haben. Er möchte mitfahren und Merkel die Botschaft persönlich überbringen, so die „Welt“.

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    Flüchtlingskrise, Angela Merkel, Deutschland
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