19:05 08 Dezember 2016
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    «Tornado» des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 «Immelmann» auf dem Fliegerhorst Jagel, 10. Dezember 2015

    „Wo bleibt Aufschrei der Empörung?“ LINKE kritisiert Merkels Aufrüstungspläne

    © AFP 2016/ Carmen Jaspersen
    Politik
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    Bundeskanzlerin Angela Merkel will deutlich mehr Geld für die Bundeswehr ausgeben - es geht um viele Milliarden Euro. Drahtzieher sind USA und NATO. „Merkel ist Dank der deutsch-amerikanischen Freundschaft der Meinung, dass wir dem nachkommen sollten“, kritisiert Dr. Alexander Neu, LINKE-Vertreter im Verteidigungsausschuss des Bundestages.

    Herr Dr. Neu, die Kanzlerin will anscheinend den Verteidigungsetat erhöhen. Dabei geht es nicht um ein paar Millionen, sondern gar Milliarden. Das sagte sie im Verteidigungsausschuss des Bundestages, dem Sie auch angehören. Kam das für Sie überraschend?

    Seit dem NATO-Gipfel in Wales von 2014 war klar, dass man die zwei Prozent des Bruttosozialproduktes für Rüstungsausgaben in den nächsten Jahren anvisieren wollte. Dass das nun so deutlich von der Kanzlerin formuliert wurde, war nicht klar. Bisher hat immer nur Verteidigungsministerin von der Leyen entsprechende Aussagen getätigt. Für mich kam das nun recht überraschend, dass Merkel das ebenfalls so stark favorisiert. Ebenso wie ihre Argumentation: "Weil unsere amerikanischen Verbündeten das von uns erwarten". 

    Klar ist, es geht um Milliarden. Über welchen Betrag reden wir da genau?

    Wir stecken zurzeit etwa 1,2 Prozent unseres Bruttoinlandsproduktes in die Bundeswehr, das sind umgerechnet etwa 36 Milliarden Euro. Wenn wir in den nächsten Jahren auf zwei Prozent gehen wollen, dann wäre das fast eine Verdoppelung, insbesondere wenn man die Inflation hinzurechnet. Deshalb kann man davon ausgehen, dass es etwa 20 bis 35 Milliarden Mehrausgaben in den nächsten fünf Jahren geben könnte.

    (2:10 / 13.68Mb / просмотров видео: 2004)
    © Ruptly.
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    Nun sagte Merkel, man müsse im Verteidigungshaushalt einfach mehr leisten, um die USA in Europa zu halten. Die USA fordern schon lange eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Europa. Dem geben wir also jetzt nach?  

    In der Tat. Die USA sind selber an der Leistungsgrenze angekommen. Die US-Wirtschaft und der US-Haushalt sind ja auch nicht unbedingt so aufgestellt, dass der Standard der militärischen Fähigkeiten aufrecht gehalten werden könnte. Das macht sich jetzt bemerkbar, die USA fordern eine Mehrbeteiligung in Europa. Und Frau Merkel ist dank der deutsch-amerikanischen Freundschaft der Meinung, dass wir dem nachkommen sollten. Ob das der Steuerzahler ebenso sieht, vor allem angesichts der Flüchtlingskrise mit ihren Belastungen für die Kommunen, das ist eine ganz andere Frage.

    Auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte sich bereits über die Lastenverteilung in dem Bündnis beklagt. Die USA geben aktuell vier Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung aus, in Europa ist es eher ein Prozent. Warum wird in Amerika nicht abgesenkt, warum will Frau Merkel stattdessen aufrüsten?

    Das ist die richtige Frage. Die US-Amerikaner sind eine durch und durch militarisierte Nation. Im Inneren, wie im Äußeren. Man setzt das archaische Instrument des Militärs zur Durchsetzung globaler Interessen ein. Und man ist in Europa und auch in Deutschland wohl der Auffassung, dass das Militär weiterhin eines der wichtigsten Interessensinstrumente der Politik ist — weshalb man nun nachziehen müsse. Andere Instrumente, wie die Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit, zivile Maßnahmen, scheinen sich dem unterzuordnen. Zumindest hinsichtlich der finanziellen Komponente.

    Hat auch der Kampf gegen den IS etwas mit der möglichen Erhöhung des deutschen Verteidigungsetats zu tun? Immerhin steigt die globale Terrorgefahr und auch Deutschland beteiligt sich bei Auslandseinsätzen.

    Ganz im Gegenteil. Es hat sich ja seit dem Beginn des internationalen Anti-Terror-Kampfes im Jahr 2001 erwiesen, dass dieser Kampf eben nicht zielführend gewesen ist. Es hat sich ein sogenannter Hydra-Effekt eingestellt: Wurde dem Drachen ein Kopf abgeschlagen, dann kommen zehn neue. Das ist auch hier zu beobachten. Wir haben eine Vielzahl mehr an Terroristen, als vor 15 Jahren, als der Krieg gegen den Terror in Afghanistan begann. Ein Grund dafür ist auch die erhöhte zivile Opferzahl, durch militärische Einsätze der Amerikaner und ihrer Verbündeten. 

    Nun haben wir ja einen Überschuss im Bundeshaushalt, an welcher Stelle wäre das Geld Ihrer Meinung besser aufgehoben?

    Einmal ganz sicher in der Entwicklungszusammenarbeit. Dann auch in der zivilen Krisenprävention. Im Inland wären auch Bildung und Gesundheit mit Sicherheit noch wesentlich verbesserungswürdig. Auch mit Blick auf die nach Deutschland geflüchteten Menschen. Hier gibt es nach wie vor erhebliche Defizite. Die reine Unterbringung von Flüchtlingen ist die eine Seite, aber die tatsächliche Integration durch Sprachkurse, durch Verhaltenskurse, das Näherbringen der deutschen Kultur und des Grundgesetzes — das sind alles kostenträchtige Maßnahmen. Doch diese Maßnahmen sind nicht nur sinnvoll, sondern geradezu erforderlich.

    Warum ging eigentlich kein Aufschrei durch Politik und Medien, als die Kanzlerin jetzt eine Aufstockung des Verteidigungsetats ins Spiel gebracht hat? Normalerweise ist bei Mehrausgaben, vor allem bei militärischen Mehrausgaben, das Echo in der Regel größer…

    Das frage ich mich auch. Ich war ebenfalls erstaunt, dass es da keinen Aufschrei der Empörung gegeben hat. Offensichtlich scheint es so, dass die Medien in der Regel eine Aufrüstung und auch Mehrausgaben für die Bundeswehr befürworten. Und entsprechend ist die Berichterstattung. Und was die Bevölkerung angeht, so weiß ich nicht, ob die Thematik nicht angekommen ist, oder ab sich eine gewisse Resignation breit gemacht hat — nach dem Motto: Die machen ohnehin was sie wollen, ob wir nun dagegen sind oder nicht. Jedenfalls vermisse ich in der Tat den Aufschrei für so eine empörende Maßnahme, weitere 20 bis 30 Milliarden Euro in das Militär zu stecken.

    Mehr Geld könnte die Bundeswehr zumindest mit Blick auf einen weiteren Einsatz gebrauchen, den Verteidigungsministerin von der Leyen jetzt ins Spiel gebracht hat: In Libyen. Man müsse bei der Stabilisierung des Landes helfen, so die Ministerin. Ist dieser Einsatz tatsächlich denkbar? 

    Ich glaube, dass sich Frau von der Leyen bereits darauf eingeschossen hat, dort mitwirken zu wollen. Ich war eigentlich dankbar, dass die Bundesregierung vor vielen Jahren ein militärisches Engagement in Libyen ausgeschlossen hatte. Mittlerweile ist man wohl einer gegenteiligen Auffassung. Ich finde es höchst bedenklich, dass die Bundeswehr von einem Einsatz zum nächsten jagt. Es gibt derzeit kaum eine Sitzungswoche im deutschen Bundestag, wo nicht wieder ein neuer Einsatz geplant, oder ein laufender Einsatz verlängert werden soll. 

    Und es bleibt ja auch die Frage, was würde einen Libyen-Einsatz legitimieren?  

    Eine entsprechende UN-Sicherheitsratsresolution, die es bislang in dieser Form nicht gibt. Oder die Zustimmung der libyschen Regierung. Nun ist das so ein Problem mit der libyschen Regierung, deren Legitimität und auch Legalität zumindest für mich zurzeit nicht zweifelsfrei gegeben ist.

    Interview: Marcel Joppa

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    Tags:
    NATO-Gipfel, Bundeswehr, NATO, Jens Stoltenberg, Libyen, Afghanistan, USA, Deutschland
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    • Antwort anteddy.rogers(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      teddy.rogers, könntest recht haben, ich erinnere mal an Schäubles neusten Coup, mehr Steuern auf Benzin - der Stoff ist gerade zu billig. An alle Befürworter dieser Steuer, schon einmal etwas von Steuerrücknahme gehört? Richtig, ich auch nicht. Ergo irgendwann wird der Öl-Preis wieder steigen, die Steuer bleibt erhalten. Usw. Usf.

      Dennoch werden die Mehrausgaben für die NATO, nein, nicht für die BW, an den Kommunen hängenbleiben und für weiteren Abbau sorgen, es ist ja nicht so das es unseren Kommunen nicht heute schon finanziell richtig dreckig geht...
    • reinicke-morhulets
      Es ist schon erstaunlich wo sich Frau Merkel überall einmischt. Ich denke Frau Merkel hat genauso viel Ahnung vom Militärhaushalt wie Frau von der Layen, nämlich keine!
      Frau Merkel ist in der DDR aufgewachsen und jeder 5.Klässler der DDR hätte Frau Merkel erst einmal aufgeklärt wie die Sicherung des Weltfriedens funktioniert, auf alle Fälle nicht so, wie Frau Merkel Politik macht.
      Diese Frau gehört einfach abgewählt. Für das Chaos im Land und für den Unmut der unter der Bevölkerung erzeugt wurde, dafür trägt sie die Verantwortung mit den restlichen Versagern der Bundesregierung.
      Frau Merkel kann Ihre Fehler wieder gut machen.
      1. Sie braucht nur eine Erklärung gegenüber der NATO abgeben das Deutschland ab sofort aus der NATO ausrtritt
      2. sie sollte als Bundeskanzlerin zurücktreten
    • hanshubertus
      Die Vorgänge in der Ukraine, mit aktiver Beteiligung russischer Kräfte an den Vorgängen auf der Krim und in der Ostukraine, zeigen, dass ein milit. Bündnis in Europa leider noch Sinn macht. Russland ist noch nicht so stabil, dass es den Verlockungen der milit. Drohung gegenüber Nachbarländern widerstehen könnte, wenn es um angebl. nationale Interessen gehen würde. Man stelle sich vor, was nach Putin kommen könnte, der bereits durch die Duma autorisiert, einen Krieg gegen die Ukraine hätte führen dürfen?
      Die Länder in der Nato sind für Russland Tabu. Die Ukraine war es nicht, weil sie kein Mitglied der Nato war.
      Schaut man sich Sputnik an, wie es die militärische Stärke Russlands an einzelnen Projekten immer wieder zur Schau stellt, dann bestärkt mich das nur in meiner Sichtweise.
    • Liebe Linkspartei wie sieht es mit Friedensverträge aus? Bis heute gibt es zwischen Libyen und Deutschland keine Friedensverträge. Fangt da erstmal an!
    • Germane
      Es nimmt kein Ende:
      Die Bundeswehr steht derzeit massiv in der Kritik: Die Ausrüstung ist vielerorts nicht mehr zeitgemäß, immer wieder kommt es zu Ausfällen und Pannen und auch personell sind die deutschen Streitkräfte unterbesetzt. Die neueste Nachricht setzt noch mal einen oben drauf: Deutsche Tornados können nachts nicht fliegen.

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      Es klingt wie eine Geschichte der Schildbürger: Die Bundeswehr kann einem Bericht der "Bild" zufolge ihre Tornado-Kampfjets nachts nicht zu Aufklärungsflügen gegen die Islamisten-Miliz IS in Syrien und im Irak einsetzen. Grund dafür sei die jüngste Aufrüstung der Flieger mit neuer Soft- und Hardware.
    • TschelowjekAntwort anKonstantin(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Konstantin, ja ich habe es ihm ja schon geschrieben. Ohne Plan erst einmal das Alte beseitigen kann ganz schief gehen. Einige neue Akteure halte ich für eine Mogelpackung. Wer jetzt schon unkonkrete Aussagen macht zu bestimmten Themen, hat auch nicht den Mumm wirklich etwas zu verändern. Wer als neuen Plan lediglich die Ausländer/Flüchtlinge zum Thema hat, greift für meinen Geschmack zu kurz.
      Bei der Linken steht es wenigstens im Programm, ob sie es dann wirklich machen, ist natürlich auch nicht sicher. Man kann aber wenigstens darauf hoffen,dass das Übel an der Wurzel angepackt wird. Von Symptombekämpfung halte ich nichts.
    • KonstantinAntwort anTschelowjek(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tschelowjek, Das derzeitige Problem in Deutschland ist nach meinem Ermessen die SPD. Sie ist nach meiner Meinung kaum noch vorhanden, nur wenige Mitglieder vertreten noch sozialdemokratische Ziele, und das meist auf unterer Ebene. Der Zerfall der SPD ist natürlich auch ein Problem für die LINKE, dort tummeln sich nun linke Sozialdemokraten, (zu Ramelow möchte ich schon garnichts sagen) bis hin zu Leuten wie Wagenknecht und Dehm. Ich selber bewundere Leute wie Petra Pau, die wirklich an der Basis arbeiten. In diesem Zusammenhang sprach ich bereits von Stroebele. Leute wie Pau und Stroebele sind es, die dem Bürger das Gefühl geben, sie werden von der Politik ernst genommen. Ich habe durchaus auch Verständnis für die Leute die bei den Pegida (oder ähnlichen Demos) teilnehmen, schlimm ist der Personenkreis, der diese Menschen als Fußvolk mißbraucht. Ich möchte eine Frauke Petry nicht in politischer Verantwortung haben, denn dann würde sie ihr wahres Gesicht zeigen, und das würde schon viele Leute erschüttern. Zusammenfassend kann ich sagen, die Lage bleibt sehr kompliziert.
    • bernd.31515Antwort anKonstantin(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Konstantin, wird leider nie so kommen, aber das wäre eine Optimalbesetzung. Die einzige Frau in der politischen Landschaft dieses landes, der man das nötige geistige Potential zutauen kann.
    • bernd.31515Antwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ritterkreuzträger, es gibt mit keinem land dieser Erde, die sich mit oder gegen Deutschland im Krieg befanden. Nach meinen Reherchen sollen das mehr als 50 Länder sein. Allerdings wird das kein Partei auflösen können, sondern eine Regierung, die endlich einmal die Vergangenheit abschließend klären wollen.
    • GermaneAntwort anKonstantin(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Konstantin, die würde etwas richtiges bewegen!
    • KonstantinAntwort anGermane(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Germane, ja zumindest kann man es ihr zutrauen.
    • Antwort anbernd.31515(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      bernd.31515, und warum wird Deutschland immer noch bei der UN als Feindstaat eingestuft??? Ich empfehle Ihnen einmal diese beiden Links zu lesen:
      deutsch.rt.com/inland/25272-bundesregierung-deutsches-reich-existiert-weiter
      geheimpolitik.de/Gp-3/D+Voelkerr.htm
    • TschelowjekAntwort anKonstantin(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Konstantin, ja ich denke, die meisten Menschen sind orientierungslos und enttäuscht und wollen nichts falsch machen und machen daher gar nichts. Da zähle ich mich z.T. auch selber dazu, das habe ich ja hier schon einmal geschrieben.

      Nahezu alle Parteien haben ihre "Identität" verloren und sind mehr oder weniger austauschbar geworden. C hat mit christlich nichts zu tun und S hat mit sozial nichts zu tun, ebenso hat L oft auch mit Links nichts zu tun und R hat auch nicht immer mit Rechts etwas zu tun.

      Alle sind, denke ich, von den transatlantischen Geheimdiensten extrem unterwandert, auch die Bevölkerung selbst. Ich glaube da gibt es nicht wenige "Meinungsmacher" jedenfalls in den Medien und es wirkt ganz extrem die sogenannte strukturelle Gewalt. Dazu gibt es einen hervorragenden Vortrag von Professor Mausfeld bei youtube.

      Ich denke ein Mensch, der so zur Mittelschicht gehört aber eher nicht politisch interessiert ist und auch wenig Zeit hat, sich mit alternativen Sichtweisen zu beschäftigen, der bekommt seine tägliche Dosis Propaganda und damit ist die Welt für ihn in Ordnung. Gleichzeitig werden die, denen es schon nicht mehr so gut geht auf andere gehetzt, die angeblich die Schmarotzer sind und damit schuld am eigenen Elend. Das funktioniert leider bei vielen auch sehr gut.

      Wir erleben jetzt, wie Teile und Herrsche nur sehr schwer zu überwinden ist. Das ist aber meiner Meinung nach Voraussetzung, um etwas in unserem Sinne zu verändern.
      Von Frau Pau weiß ich ehrlich gesagt kaum etwas von Frau Petry auch nicht aber diesen Höcke habe ich schon einmal reden gehört. Die AFD ist meiner Meinung nach nichts wirklich Neues gegenüber der jetzigen Politik. Ich halte sie für unglaubwürdig ebenso wie die Führung von Pegida.

      Allerdings bin ich eben auch schon von den Linken enttäuscht worden und gehöre ja nach deren Ansicht, als Teilnehmer und Befürworter der Friedensmahnwachen zum rechten Spektrum oder Querfront oder was auch immer.
      Offenbar sind sich die Linken eben auch nicht einig und unfähig jenseits von Wahlkampf einfach einmal mit anderen auch sonst Andersdenkenden nur um der guten Sache Willen gemeinsam auf die Straße zu gehen. Leute wie Herr Dehm habe das geschafft, aber es sind leider Ausnahmen. Da spielt sicher transatlantische Unterwanderung und auch Angst, etwas politisch nicht wieder gut zu Machendes zu tun, eine Rolle. So kommen wir alle aber leider nicht weiter.
      Ich habe eben auch keine gute Idee, wie man so viele Leute wie möglich für eine gute Sache, z.B. Frieden auf die Straße bekommt oder eben die richtigen Leute zu unterstützen. Hut ab vor den Organisatoren der großen TTIP-Demo in Berlin, wo 250 000 Leute kamen!
      Ja die Lage ist kompliziert und meiner Meinung nach haben die falschen Leute die "Opposition" übernommen. Da kommt nichts Gutes auf uns zu, fürchte ich. Da wird auch sehr stark gegen Links gehetzt, die falsche Antifa betreffend, ist das zwar richtig, aber die bezeichnen ja sogar CDU und SPD und Grüne als links und da weiß man, wessen Geistes Kind diese Leute sind.

      Die Mahnwachen für den Frieden gibt es zwar noch, aber sie sind zu schwach und haben wohl auch keine finanzielle Unterstützung. Der Zug ist leider abgefahren. Schade drum. Es wird einen gewaltigen Rechtsruck geben, wobei ich die jetzige Regierung bereits für ziemlich rechts halte.
      Ja der wirkliche Feind des Großkapitals war und ist immer links gewesen und deshalb wurde immer links bekämpft, rechts meistens nur scheinbar aber nicht wirklich. Rechts wird immer gebraucht um die Bevölkerung zu spalten und an die niederen Instinkte zu appelieren. Das klappt jedesmal hervorragend.
      Trotzdem scheint mir noch nicht alles ganz verloren zu sein. Der Artikel bei Sputnik über die Demo in Stuttgart gegen Rassismus macht mir auch wieder Hoffnung. Wir dürfen nicht aufhören, dagegen zu "kämpfen".
    • KonstantinAntwort anTschelowjek(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tschelowjek, das Konzept "divide and rule" zieht sich durch die gesamte Gesellschaft. Ich kenne einige Zahnärzte, die kauften sich für 250.000 Euro VW Aktien, warteten zwei drei Wochen und verkauften sie wieder und machten 20.000 Euro Gewinn. Die gleichen Menschen beuten ihre Zahnarzthelferinnen aus und machen sich sogar noch lustig über sie. Ich weiß von einem Fall, da erzählte eine Helferin ihren Kolleginnen, sie habe sich ein Auto für 1000 Euro gekauft, worauf der Zahnarzt sagte, soviel kostet eines meiner Räder für eines meiner Autos. Die Leute die ihm den Wohlstand erarbeiten fahren mit schrott durch die Gegend, wohingegen er Autos besitzt die er gar nicht zur gleichen Zeit fahren kann. Alle seine Fahrzeuge liegen bei einem Kaufpreis von über 60.000 Euro.
      Aber solche Leute, spiegeln im kleinen die Zerissenheit unserer Gesellschaft dar. Im Großen sind es halt fest angestellte Leute bei BMW auf der einen Seite und Leiharbeiter auf der anderen Seite.
      Ich kann es gut verstehen, wenn sich heutzutage ein Akademiker voll ins System einpasst, denn selbst solche Leute müssen, wenn sie sich kritisch äußern damit rechnen auf Hartz IV gesetzt zu werden. Ein hohe Arbeitslosigkeit, die bei uns wie in anderen Ländern, weit über der offizielen Zahl liegt, ist für die herrschende Klasse das Beste Mittel zur Disziplinierung der Menschen.
    • TschelowjekAntwort anKonstantin(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Konstantin, genau so ist, das habe ich hier auch schon einmal gesagt. Niemand will die Arbeitslosigkeit abschaffen, sie dient der Disziplinierung.
    • bernd.31515Antwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ritterkreuzträger, Ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck hinterlassen geschichtliche Nachhilfe zu benötigen.Selbstverständlich weiß ich, dass es die Feindstaatenklausel gibt. ich weiß auch, dass daraus resultieren die ehemaligen " Siegermächte" Deutschland besetzen könnten, wenn man einen feindlichen Akt unterstellen kann. Das bedeutet, dass in Deutschland durch eine solche Aktion ein Rechtsstatus vom mai 1945 wieder hergestellt werden könnte. Trotzt dieser Klausel, ändert es aber nichts daran, dass keine Partei allein Friedensverträge mit den ehemaligen Kriegsgegnern abschließen könnte. Das könnte nur eine Regierung, wenn sie es dann wollte. Der richtige zeitpunkt wäre die Vereinigung Deutschlands gewesen, aber doe Kohlregierung hatte Schiß vor möglichen immensen Reparationsforderungen.
    • bernd.31515Antwort an (Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Ritterkreuzträger, Ritterkreuzträger, Ich hoffe, ich habe nicht den Eindruck hinterlassen geschichtliche Nachhilfe zu benötigen.Selbstverständlich weiß ich, dass es die Feindstaatenklausel gibt. ich weiß auch, dass daraus resultieren die ehemaligen " Siegermächte" Deutschland besetzen könnten, wenn man einen feindlichen Akt unterstellen kann. Das bedeutet, dass in Deutschland durch eine solche Aktion ein Rechtsstatus vom mai 1945 wieder hergestellt werden könnte. Trotzt dieser Klausel, ändert es aber nichts daran, dass keine Partei allein Friedensverträge mit den ehemaligen Kriegsgegnern abschließen könnte. Das könnte nur eine Regierung, wenn sie es dann wollte. Der richtige zeitpunkt wäre die Vereinigung Deutschlands gewesen, aber doe Kohlregierung hatte Schiß vor möglichen immensen Reparationsforderungen.
    • Antwort anbernd.31515(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      bernd.31515, Kohl konnte nichts machen, der war genau wie Gerhard Schröder oder Angela Merkel einfache Befehlsempfänger aus Washington und Tel Aviv. Hinter den Alliierten stehen aber andere Mächte der Finsterniss, die diesen heutigen Zustand für immer beibehalten wollen. Bin mal gespant wie das alles noch enden wird. Für die sind wir nur Vieh, was belogen und betrogen wird. Aber eines Tages wird das alles nicht mehr funktionieren und die Synagogen werden wieder brennen.
    • Die Bonzen leben mittlerweile in einer Scheinwelt. Die können noch so viele Millarden den Amis in den A... blasen . Kein Deutscher wird für sie in den Krieg ziehen !!! Ami go Home ! und spalte dort dein Atom !
    • m.trae
      Zu der CDU wird ja nur noch Union gesagt, vielleicht schämt man sich wenn die christlich demokratische Union zu Kriegseinsätzen mit ja stimmt. Man sollte aber als Christ die Bibel kennen in der steht wer das Schwert zieht soll durch das Schwert fallen siehe Paris, und es steht auch in den Geboten, du sollst nicht töten. Immer noch nichts gelernt aus dem zweiten Weltkrieg; und das nie wieder ein deutscher Soldat ein Gewehr trägt. Als Physiker sollte man auch das Gesetz von Ursache und Wirkung kennen.
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