22:30 29 November 2020
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    Der Fall Litwinenko (147)
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    Zehn Jahre nach dem rätselhaften Gifttod des russischen Ex-Geheimdienstlers Alexander Litwinenko in London hat ein britisches Gericht die Ermittlungen unterbrochen und dabei den russischen Staat und Präsident Putin persönlich verantwortlich gemacht. Das Außenministerium in Moskau kritisiert nun die Entscheidung als politisiert.

    Russland bedauere, dass die britischen Behörden diesen rein kriminellen Fall politisiert und damit die bilateralen Beziehungen belastet haben, sagte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag. Sie kritisierte das britische Ermittlungsverfahren als intransparent und voreingenommen. Und tatsächlich fanden die Untersuchungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

    Ein weiterer russischer Diplomat, der anonym bleiben wollte, bezeichnete die Einstellung der britischen Ermittlungen zum Litwinenko-Fall als „unzivilisiert und nicht legitim“, und warnte vor den Folgen für die Beziehungen zwischen beiden Staaten.

    Der Offizier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Litwinenko war 2000 nach Großbritannien geflüchtet und sechs Jahre später gestorben. Laut britischen Experten wurde der 44-Jährige, der damals schon im Sold des britischen Geheimdienstes MI6 stand, mit radioaktivem Plutonium-210 vergiftet.

    Die britische Staatsanwaltschaft stellte einen Haftbefehl gegen den Russen Andrej Lugowoi aus, weil Litwinenko nach einem Treffen mit ihm erkrankt war. London forderte Russland auf, Lugowoi auszuliefern. Moskau lehnte das ab. Der Vorfall hat die Beziehungen zwischen den beiden Staaten schwer belastet.

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