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02:43 20 August 2019
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    „Financial Times“: Europa bleiben acht Wochen für Rettung des Schengen-Raums

    © REUTERS / Arnd Wiegmann
    Politik
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die EU habe sechs bis acht Wochen, um den Schengen-Raum zu retten, sagte der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte auf dem Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos.

    Wie ihn die „Financial Times“ zitierte, wird der Flüchtlingsansturm im Frühjahr wieder zulegen, was dem aktuellen System sehr schaden würde, wenn die Mitgliedsländer des Schengener Abkommens die Grenzkontrollen wiedereinführen wollen. So eine Menge an Zuwanderern würden die Europäer nicht mehr in den Griff bekommen, warnte Rutte.

    Zudem räumte er laut der Zeitung ein, eine gewisse Erosion des Schengener Raums sei schon jetzt offensichtlich, vor allem angesichts der jüngst wiedereingeführten Grenzkontrollen zwischen Schweden und Dänemark – ebenfalls wegen des Flüchtlingsansturms. 

    Dieser Auffassung ist auch der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble, der laut der „Financial Times“ „nicht einmal darüber nachdenken“ wolle, ob Deutschland in diesem Jahr eine weitere Million Einwanderer aufnehmen kann.

    Schäuble zufolge braucht die EU eine Art „Marshall-Plan“, um die Wirtschaftsentwicklung der an Europa grenzenden Länder voranzubringen. Dadurch sollten bessere Wirtschaftsbedingungen im Nahen Osten und in Afrika geschaffen werden, auch wenn ein solches Programm Milliarden Euro kosten sollte.

    Die „Financial Times“ verwies auch darauf, dass sich das Schengener Abkommen in einem „Krisenzustand“ befindet, wovon auch die jüngste Schließung der Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland zeuge. Auch Ungarn habe in letzter Zeit öfter davor gewarnt, es würde seine Grenze schließen, falls keine Maßnahmen zur Regelung der Flüchtlingskrise ergriffen werden sollten. Mit derselben Rhetorik trete auch Österreich auf, und Großbritannien erwäge überhaupt den Rückzug aus der Europäischen Union.

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    Tags:
    Schengen-Abkommen, Migranten, Wirtschaft, Davos-Forum, EU, Wolfgang Schäuble, Deutschland