SNA Radio
    Flüchtlingslager an türkisch-syrischer Grenze

    Drei Milliarden sind zu wenig: Ankara will mehr Geld von EU

    © AP Photo / Emrah Gurel
    Politik
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1282)
    935113
    Abonnieren

    Die Summe, die die EU der Türkei zur Eindämmung des Migrantenzustroms bereitstellen muss, wird aus Sicht der türkischen Regierung höher sein, als die bislang versprochenen drei Milliarden Euro, so Die Zeit. Das würden die Erklärungen des türkischen Premier Ahmet Davutoğlu vor den deutsch-türkischen Regierungskonsultationen in Berlin bekräftigen.

    Die drei Milliarden Euro, die Ankara von Brüssel im Gegenzug für die Aufnahme von Flüchtlingen an der türkisch-syrischen Grenze erwartet, könnten dem türkischen Vertreter zufolge nur die Anfangssumme darstellen, die nur Europas Bereitschaft zu einer Beteiligung an einer Lösung der Migrationskrise zeige.

    „Drei Milliarden Euro sind nur dazu da, den politischen Willen zur Lastenteilung zu zeigen", zitiert Die Zeit Davutoğlu.

    Laut dem türkischen Ministerpräsidenten ist die aktuelle Migrationskrise ausschließlich das Problem von Europa.

    „Wir exportieren keine Krise, die Krise ist in die Türkei exportiert worden. Jetzt ist es eine europäische Krise geworden“, so Davutoğlu. Niemand könne von der Türkei erwarten, die gesamte Last alleine zu tragen.

    Viele deutsche Politiker sind jedoch der Ansicht, dass die Türkei ihren Verpflichtungen nicht ausreichend nachkommt, die Vereinbarungen mit der EU würden nicht erfüllt.

    Seine Unzufriedenheit äußerte bereits Manfred Weber, Vorsitzender der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament: „Wenn in den nächsten Wochen von türkischer Seite nicht mehr passiert und die Zahl der Flüchtlinge nicht deutlich reduziert wird, muss Europa die Vereinbarung auf den Prüfstand stellen“, wird der Politiker von der Süddeutschen Zeitung zitiert.

    Auch dem Vizepräsidenten der EU-Kommission, Frans Timmermans, scheint der Einsatz der Türken nicht ausreichend zu sein. „Wir sind weit davon entfernt, zufrieden zu sein“, so Timmerman gegenüber der SZ.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1282)

    Zum Thema:

    Italien: Zeit der EU-Diktatur ist vorbei
    Milliarden gegen Migranten: Italien blockiert EU-Deal mit Ankara
    Für drei Milliarden Euro: Türkei fängt Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa ab
    Juncker: Handlungsplan mit Türkei zu Begrenzung von Migrantenzustrom umsetzen!