10:27 11 Dezember 2017
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    Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa

    Russlands Außenamt: Causa Litwinenko – „politischer Auftrag“

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    Die amtliche Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat auf ihrer Facebook-Seite die Frage zum Fall Litwinenko kommentiert, die der britische TV-Kanal Sky Russlands Außenminister Sergej Lawrow auf dessen Pressekonferenz am Dienstag stellte.

    Laut Sacharowa ist der Litwinenko-Fall ein politischer Auftrag. In der Welt sei das für niemanden von Interesse.

    „Das Interessanteste für mich auf der heutigen Pressekonferenz Sergej Lawrows war, dass das Thema ‚Litwinenko‘ in den drei Stunden nur den britischen Fernsehkanal Sky interessiert hat. Stellen Sie sich vor, im Bericht geht es um Polonium, um die russische Führung, um Geheimdienste. Aber keiner zeigt Interesse. Weil allen klar ist: Das ist die ‚Bearbeitung einer Nummer‘, ein politischer Auftrag, und zwar ein sehr grober. So viele Jahre, so viele Mittel, so viel Nachrichtenstoff war da in den Lauf der britischen Themis gestopft worden, und alles ging ins Leere. Aber nach der heutigen Pressekonferenz ist allen klar geworden, dass es nicht nur ein Schuss ins Leere, sondern fast ein Selbstschuss hätte werden können“, schrieb Sacharowa in ihrem Facebook-Profil.

    Der nach Großbritannien geflohene ehemalige russische Geheimdienstler Alexander Litwinenko starb im Jahr 2006 bald nach der Zuerkennung der britischen Staatsbürgerschaft. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich kurz nach einem Treffen mit Andrej Lugowoi und Dmitri Kowtun. Nach seinem Tod wurde in Litwinenkos Körper eine bedeutende Menge des radioaktiven Stoffes Polonium-210 festgestellt.

    Der Hauptverdächtige im Fall Litwinenko ist der russische Geschäftsmann und Abgeordnete Andrej Lugowoi. Er weist die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurück und nennt den Prozess zum Fall eine „theatralische Farce“. Lugowoi erzählte, im Mai-Juni 2006 habe ihn der britische Geheimdienst MI6 anzuwerben versucht. Außerdem teilte er mit, das Außenministerium Großbritanniens habe für die wesentlichsten Dokumente, die die Zusammenarbeit des ehemaligen FSB-Mitarbeiters Litwinenko mit den britischen Geheimdiensten und seine  Arbeit gegen Russland betreffen, Geheimhaltung verfügt.

    Aus Moskau verlautete es zudem oft, der Fall Litwinenko sei politisiert und das Ermittlungsverfahren nicht transparent.

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    Sergej Lawrow, Maria Sacharowa, Dmitri Kowtun, Andrej Lugowoi, Alexander Litwinenko, Großbritannien, Russland
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