02:27 24 Oktober 2017
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    Migranten in Schweden

    „Verhassteste Person Schwedens“: Stockholm will Migranten abschieben

    © REUTERS/ Stig-Ake Jonsson/TT News Agency
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    Migrationsproblem in Europa (1281)
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    Die schwedische Polizei hat nach Informationen örtlicher Medien die Einwohner Stockholms vor zahlreichen Migranten-Banden am Hauptbahnhof gewarnt. Es handele sich dabei vor allem um minderjährige Marokkaner. Jüngst wurde das ganze Land von einem Überfall auf eine Frau mit zwei Kindern erschüttert.

    Die Frau soll einen jungen Mann daran gehindert haben, einen Diebstahl zu begehen. Aus Rache habe er sie angegriffen. Den Vorfall hatten Überwachungskameras aufgezeichnet.

    Seitdem gilt der Kriminelle als „verhassteste Person Schwedens“. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden, jetzt drohe ihm die Ausweisung nach Dänemark, von wo er eingereist war. Die jüngsten Überfälle haben erneut heftige Diskussionen um Schwedens Migrationspolitik hervorgerufen.

    Dem Chefredakteur des Internet-Portals The World Weekly, Salman Shaheen, zufolge spielen derartige Vorfälle besonders Rechtsradikalen in die Hände.

    Flüchtlingsheim in Mölndal bei Göteborg
    © AFP 2017/ Adam Ihse / TT NEWS AGENCY
    „Viele EU-Länder, darunter Deutschland und Schweden, erklärten zunächst, dass sie alle Flüchtlinge willkommen heißen, wurden jedoch später von deren Anzahl überfordert. Zudem werden Länder wie Deutschland und Schweden, die den größten Beitrag zur Regelung der Migrationskrise leisten, kaum von anderen europäischen Partnern unterstützt. Die Regierung in Großbritannien unternimmt dabei zum Beispiel nur ganz wenige Anstrengungen. Mit der Zeit stärken solche Vorfälle, an denen Migranten beteiligt sind, die Position von Rechtsradikalen in Europa. Wir sehen das in Schweden und in Deutschland, wo die Pegida-Bewegung an Bedeutung gewinnt, aber auch nicht zuletzt in Griechenland, wo die Partei ‘Chrysi Avgi‘ (auf Deutsch – ‚Goldene Morgenröte‘) ihre Stellung festigt“, so Shaheen gegenüber RT.

    2015 nahm Schweden etwa 163.000 Flüchtlinge auf, von denen mehr als 50.000 aus Syrien eingetroffen waren. Die schwedische Regierung betreibt eine relativ milde Migrationspolitik, während etwa die Hälfte der Bürger der Ansicht ist, dass der Flüchtlingszustrom begrenzt werden muss.

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    Migrationsproblem in Europa (1281)

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