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17:08 21 September 2019
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    Türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan

    Erdoğans Machtanspruch ist grenzenloser Wahnsinn – Wochenmagazin

    © AP Photo / Basin Bulbul/Presidential Press Service Pool
    Politik
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    Die Türkei gleicht immer mehr einer Paranoia-Republik. Ein Blick auf die Menschen, die das Versagen und die Verbrechen der Regierung enthüllen, genügt, um sich davon zu überzeugen, schreibt „The Spectator“.

    Auf seinem Weg zu grenzenloser Macht zeige der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan klare Anzeichen einer Form von Größenwahn auf, schreibt John Butler, der Autor des „Spectator“-Artikels.

    „Geht es um eine Gefahr für sein Amt, wird er neurotisch. Spürt er mangelnde Loyalität innerhalb der Partei, wird er paranoid“, heißt es in dem Magazin.

    Es habe bereits mehrere Fälle gegeben, als Ankara Druck auf türkische Bürger ausübte, die mit der Regierungspolitik unzufrieden seien: so werde zwei Journalisten der Zeitung „Cumhuriyet“ Spionage vorgeworfen. Ihnen drohten lebenslange Haftstrafen.

    Der Grund: Der Chef-Redakteur der Zeitung, Can Dündar, und sein Kollege Erdem Gül seien verhaftet worden, nachdem sie über geheime Waffenlieferungen durch türkische Geheimdienste an die syrischen Dschihadisten berichtet hatten. 

    In einem anderen Fall drohe einer beliebten türkischen Talk-Show die Einstellung. Eine Frau habe in der Show angerufen und von Gräueltaten in den kurdischen Gebieten im Süden des Landes berichtet: „Bitte lasst die Menschen nicht sterben, lasst die Kinder nicht sterben, lasst die Mütter in ihrem Unglück nicht allein!“, sagte sie.

    Für diesen Hilferuf habe sich der Fernsehsender auf Druck der Regierung entschuldigen müssen. Die Einstellung der Sendung stehe im Raum, so Butler.

    Erdoğan verheimliche seinen Kampf gegen die Kurden mit voller Absicht, heißt es in dem Artikel. Nach mehrjährigen Friedensgesprächen komme es seit Juli letzten Jahres wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Regierungstruppen und der PKK. Seitdem sei für rund eineinhalb Millionen Bürger der Notstand eingetreten; in den letzten fünf Monaten sind 162 Zivilisten ums Leben gekommen.

    Die türkische Regierung bezeichne Kurden als Terroristen. Gegenüber echten Terroristen, dem „Islamischen Staat“ – so Butler – zeige sie sich durchaus tolerant (der IS ist eine in Russland verbotene Organisation – Anm. d. Red.).

    Und: „Wie aus heiterem Himmel kann die Regierung Erdoğans mit dem Vorwurf der Terrorunterstützung jeden kurdischen oder einen mit den Kurden solidarischen Politiker verhaften“, schreibt der britische Journalist.

    Zu guter Letzt erinnert Butler an die jüngsten Erklärungen Erdoğans, wonach Hitler-Deutschland ein beispielhaftes präsidiales Regierungssystem gewesen sei: „Der möglicherweise zufällige Selbstvergleich Erdoğans mit Hitler war wohl ein freudscher Versprecher“, betont Butler in seinem „Spectator“-Artikel.

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    Tags:
    Kurdenpartei PYD, John Butler, Can Dündar, Recep Tayyip Erdogan, Türkei