23:09 04 August 2020
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    Tschechien wird laut dem Innenminister der Republik, Milan Hovanez, überprüfen, wie die Türkei ihre Verpflichtungen zur Regulierung des Flüchtlingsstroms erfüllt, bevor das Land irgendwelches Geld an Ankara zahlt.

    Hovanez hat in einem am Sonnabend auf der Webseite Novinki veröffentlichten Interview geäußert: „Die Tschechische Republik, würde, bevor sie irgendetwas an die Türkei bezahlt, gerne sehen, dass die Türkei das, wozu sie sich verpflichtet hat, auch erfüllt.“

    Im Dezember 2015 hatten sich die Länder der Europäischen Union beim Gipfel EU-Türkei verpflichtet, Ankara drei Milliarden Euro im Austausch dafür zu zahlen, dass die Türkei beginnt, den Flüchtlingsstroms auf ihrem Territorium zu regulieren, um keine illegalen Migranten nach Europa zu lassen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel, Russlands Präsident Wladimir Putin und Großbritanniens Premier David Cameron (Archivbild)
    © REUTERS / Alexander Zemlianichenko

    Weiter sagte Hovanez: „Dorthin (in die Türkei) wird sich der Außenminister (von Tschechien) Lubomir Zaorálek begeben, um sich damit vertraut zu machen, welche Maßnahmen in der Türkei getroffen werden. Solange diese vereinbarten Bedingungen nicht erfüllt sein werden, wird die Migrationswelle (nach Europa) in diesem Jahr stark werden.“

    Nach Worten des tschechischen Innenministers kann die Migration nach Europa ein sehr großes Ausmaß annehmen, wenn die EU-Länder nicht innerhalb eines Monats andere „Spielregeln“ festlegen sollten. Darüber hinaus könnten die bereits in den europäischen Ländern solo eingetroffenen Flüchtlinge den Wunsch haben, ihre Familien nachzuholen.

    „Wenn man davon ausgeht, dass sich hier etwa 500.000 Menschen ohne Familien befinden und man diese Zahl mit jeweils sechs Familienangehörigen multipliziert, ergibt sich, dass noch drei Millionen Menschen legal einreisen können. Das ist es, wovon noch nicht viel geredet wird, aber das liegt auf der Hand“, so Hovanez.

     

     

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    Tags:
    Flüchtlingsproblem, Migranten, EU-Türkei-Sondergipfel, Europäische Union, Tschechien, Türkei