12:28 29 November 2020
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    Der ukrainische Vizeparlamentschef Andrij Parubij hat nach eigenen Angaben eine Verordnung zur Aufhebung des Vertrags über die Visafreiheit zwischen der Ukraine und Russland registriert.

    „Wir dürfen nicht einmal die Möglichkeit zulassen, dass mithilfe der Visafreiheit feindliche Agenten und Diversionsgruppen auf unser Territorium gelangen. Für Aussätzige muss Quarantäne gelten. Deswegen halten wir weiterhin die Front, stärken unsere Kampffähigkeit und führen Visa ein“, schrieb Parubij auf seiner Facebook-Seite.

    Anfang Dezember des vergangenen Jahres hatte der Sekretär des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrates, Alexander Turtschinow, dazu aufgerufen, ab 1. Januar 2016 Visapflicht mit Russland einzuführen.

    „Ich bin überzeugt, dass wir ab Neujahr eine reale und ziemlich strenge Visa-Kontrolle und Visapflicht mit Russland einführen müssen“, so Turtschinow damals. Kiew forciere die Einführung der Visapflicht jedoch noch nicht, weil sich viele Ukrainer derzeit in Russland aufhalten und die Ukraine entsprechende Gegenmaßnahmen seitens Moskaus befürchte.

    Der ukrainische Politiker erinnerte daran, dass die Entscheidung über die Einführung der Visapflicht mit Russland bereits 2014 getroffen und die erste Etappe schon umgesetzt worden sei.

    So müssen russische Bürger seit dem 1. März 2015 bei der Einreise in die Ukraine einen Reisepass bei sich haben. Dabei dürfen Ukrainer weiterhin mit dem Personalausweis nach Russland reisen.

    Doch jetzt erklärte der Vorsitzende des GUS-Ausschusses in der russischen Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Leonid Sluzki, dass Russland zu entsprechenden Genemaßnahmen greifen wird, sollte die Ukraine die Visapflicht tatsächlich einführen.

    Dabei spricht die Statistik für sich. Die Anzahl der Russen, die die Ukraine im letzten Jahr besuchten, ist fast um das Zweifache gesunken. 2015 reisten 1,33 Millionen Menschen in die Ukraine, 2014 waren es noch 2,36 Millionen gewesen, so Forbes Ukraine unter Berufung auf die Daten des staatlichen Grenzschutzes der Ukraine.

    Gleichzeitig habe sich der Strom von Ukrainern nach Russland kaum verändert. 2015 besuchten 4,15 Millionen ukrainische Bürger Russland, 2014 waren es 4,67 Millionen gewesen.

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    Tags:
    Grenzkontrolle, Visumspflicht, Leonid Sluzki, Alexander Turtschinow, Andrij Parubij, Ukraine, Russland