18:25 17 November 2017
SNA Radio
    Kurdische Frau in der Südosttürkei

    Kurdische Frauenbeauftragte beschuldigt türkische Führung des Genozids an ihrem Volk

    © AFP 2017/ ILYAS AKENGIN
    Politik
    Zum Kurzlink
    5438171113

    Als „Alptraum, Blutbad und Greuel“ hat die kurdische Frauenbeauftragte Nursel Kilic in einem Interview für SputnikNews die jüngste „Anti-Terroroperation“ der türkischen Armee in der Stadt Cizre im türkischen Kurdistan bezeichnet.

    Nach ihren Angaben wurden bei dem Gemetzel mindestens 60 Menschen hingerichtet bzw. verbrannt. Die türkische Armee habe chemische Waffen gegen Menschen eingesetzt, deren Leichen später in zwei Gebäuden entdeckt worden seien, so Kilic.

    „Das, was jetzt geschieht, wird von allen totgeschwiegen, die Welt verschließt die Augen davor. Diese Gräueltaten, diese Verbrechen gegen die Menschlichkeit, diese Kriegsverbrechen, denen Einwohner des Türkischen Kurdistan zum Opfer fallen, werden weiter begangen, während die Berichterstattung darüber in der internationalen und der örtlichen Presse verboten ist – darunter durch die Regierung der AKP (regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung)…“, so Kilic.

    Die türkische Regierung stelle Zivilisten, die schwer verletzt oder getötet und mehr als 52 Tage lang in zwei Kellerräumen gehalten worden seien, als Terroristen hin. „Es handelt sich um eine Kriminalisierungspolitik, um die Auslöschung des kurdischen Volkes, das in Demokratie und Freiheit leben will“, so die Beauftragte.

    Nach dem Sieg der Kurden in Kobane wolle (der türkische Präsident Tayyip) Erdogan erneut die Einstellung der Völkergemeinschaft zum kurdischen Volk verändern und dieses Urvolk Mesopotamiens vernichten, so Kilic.
     
    Wie der Sender TRT am Sonntagabend berichtete, sind rund 60 Mitglieder der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans innerhalb von 24 Stunden bei einer „Anti-Terroroperation“ der türkischen Armee in Cizre im Südosten des Landes getötet worden. Menschenrechtler meldeten mindestens 150 Opfer unter den Zivilisten.

    Türkische Aktivisten, darunter Wissenschaftler, Schriftsteller und Schauspieler, haben die Situation in Cizre als „echte Menschentragödie“ bezeichnet und die Behörden ersucht, die in der Region blockierten Menschen in Sicherheit zu bringen.

    Tags:
    Blutbad, Kurdistan, Türkei
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren