17:22 17 Februar 2020
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    Russland erwartet von der Türkei eine offizielle Entschuldigung für die abgeschossene Su-24, die Bestrafung der Schuldigen sowie Schadenersatz. Ein einfaches Bedauern seitens der Türkei reicht nicht aus, wie der Botschafter der Russischen Föderation in Ankara, Andrej Karlow, gegenüber der Agentur RIA Novosti erklärte.

    Die Beziehungen zwischen Russland und der Türkei stecken seit dem Abschuss eines russischen Bombers Su-24 durch einen türkischen Kampfjet  F-16 am 24. November 2015 über syrischem Territorium in der Krise. Der  russische Präsident Wladimir Putin nannte das einen „Stoß in den Rücken durch Helfershelfer der Terroristen“. Nach dem Vorfall unterzeichnete Präsident Putin einen Erlass über zusätzliche Maßnahmen zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit sowie über ökonomische Sondermaßnahmen gegen die Türkei.

     „Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, hat von Anfang an erklärt, was die Türkei zur Überwindung dieser tiefen Krise in unseren Beziehungen tun muss. Wir erwarten von der türkischen Seite eine offizielle Entschuldigung, eine Bestrafung der Schuldigen und den Ersatz jenes Schadens, der unserem Staat zugefügt wurde. Die Stellungnahmen der türkischen Seite, dass die Türkei den Vorfall bedauere, sind eindeutig unzureichend. Diese Ebene hat dem Geschehen nicht entsprochen, deshalb ist jetzt die türkische Seite am Zuge“, sagte Karlow.

    Sollten diese Bedingungen nicht erfüllt werden, so werde es keine Grundlage zur Normalisierung der Beziehungen zur Türkei geben, fügte der Diplomat hinzu.

    Mehrere Länder, insbesondere Kasachstan, Aserbaidschan und Kirgistan, haben angeboten, bei der Normalisierung der russisch-türkischen Beziehungen als Vermittler aufzutreten.

    Mehr zum Thema: Russische Einschränkungen für die Türkei

    „Wir sind der Ansicht, dass Vermittler hier nicht nötig sind. Die türkische Seite kennt unsere Position, die diplomatischen Beziehungen sind nicht abgebrochen. Beide Botschaften, in Moskau und Ankara, arbeiten weiter. Wenn die Türkei echte Schritte zur Normalisierung der Beziehungen unternehmen will, so hat sie dazu alle Möglichkeiten“, sagte Karlow.

    „Es gibt eine gewisse Anzahl von Ländern, zu denen sich die Beziehungen jahrzehntelang nicht weiterentwickeln, sondern einfach vorhanden sind. Solche Beziehungen werden wir auch zur Türkei haben, sollte Ankara seine Position (zum Su-24-Abschuss – Anm. d. Red.) nicht ändern“, so der Botschafter.

    Er verwies darauf, dass sich speziell die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der Türkei vor dem Vorfall mit der Su-24 erfolgreich entwickelt hatten, der Warenaustausch erreichte mehr als 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr und  bis zu 4,5 Millionen russischer Touristen besuchten jährlich die Türkei. Im Januar diesen Jahres war der türkische Export nach Russland im Zuge der Sanktionsmaßnahmen um ein Dreifaches gesunken.

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    Tags:
    Su-24, F-16, Andrej Karlow, Wladimir Putin, Türkei, Russland