07:40 29 September 2020
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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hält den USA vor, die Spielregeln in der Weltarena immer wieder zum eigenen Vorteil zu verändern, um die Etablierung von Konkurrenten zu unterbinden.

    „Wir sehen wohl, dass Großmächte wie die USA nicht wollen, dass Konkurrenten entstehen“, sagte Lawrow in einem Interview für die russische Tageszeitung „MK“. „Diese Mentalität wird auch weiter ihr Verhältnis zu uns, aber auch zu China, Indien und anderen aufstrebenden Schwellenländern und Finanzzentren prägen.“

    Weder die Ukraine noch Syrien seien der wahre Grund für die aktuelle Krise in den Beziehungen zwischen Washington und Moskau, so der russische Spitzendiplomat weiter. „Das Erstarken unseres Landes, das eine eigene Meinung hat, geht vielen in Washington gegen den Strich“, sagte Lawrow und verwies auf das so genannte Magnitski-Gesetz: „Danach gab es eine Psychose wegen (CIA-Whistleblower – Red.) Edward Snowden, dann versuchte man völlig überraschend und unbegründet, unsere Olympischen Spiele in Sotschi zu vereiteln. In den Medien gab es jedenfalls Aufrufe zu einem Boykott.“

    Lawrow beschuldigte die USA, die Spielregeln in der Weltarena immer wieder neuzuschreiben. „Wir wollen fair und auf der Grundlage von Regeln um unsere Interessen in diesem Wettkampf ringen. Dass die Regeln immer wieder neugeschrieben werden und das schon während des Spiels, ist einfach unfair. Leider hat Washington wiederholt solche Dinge getan.“

    Eine Verschlechterung der Beziehungen zu den USA liege nicht im Interesse Russlands, doch werde sich Russland „nie dem Diktat unterwerfen“, sagte Lawrow mit Blick auf die amerikanische Sanktionspolitik. „Wir werden bei der Zusammenarbeit so weit gehen, wie sie (die Amerikaner) dazu bereit sind“ Diese Zusammenarbeit müsse die gegenseitigen Interessen respektieren und zum beiderseitigen Vorteil gereichen.

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    Tags:
    Sergej Lawrow, USA, Russland