04:00 17 August 2017
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2007

    Experte: Man hätte auf Putins Rede 2007 in München eingehen sollen

    © AP Photo/ ITAR-TASS POOL
    Politik
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    Vieles, was sich in den letzten Jahren an Negativem entwickelt hat, hätte man nach Ansicht des Sicherheitsexperten Dr. Hubert Thielicke vermeiden können, wenn man auf die Ideen und Gedanken eingegangen wäre, die Russlands Präsident Wladimir Putin in seiner Rede bei der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 geäußert hatte.

    "Ich möchte noch einmal auf die Rede von Präsident Putin auf der Konferenz 2007 verweisen“, sagte der frühere Diplomat und Redakteur des außenpolitischen Journals "WeltTrends" in einem sputniknews-Gespräch mit Bolle Selke. „Jeder, der sich für diese Dinge interessiert, sollte da sicher noch einmal reinschauen – die steht ja auch im Internet noch. Damals hat ja Putin schon sehr vehement vor den Entwicklungen, vor allen Dingen in Europa, gewarnt. Also das Heranrücken der NATO an die russischen Grenzen, der Aufbau des Raketenabwehrsystems und dergleichen mehr. Da hat er schon eine sehr deutliche Sprache gesprochen, und das hat man allerdings auf westlicher Seite doch weggewischt und nicht ernst genommen. Ich denke vieles, was sich in den letzten Jahren an Negativem entwickelt hat, das hätte vermieden werden können, wenn man da doch mehr auf diese Rede, auf diese Ideen oder Gedanken Putins eingegangen wäre."

    Auf die am Freitag beginnende 52. Sicherheitskonferenz in München eingehend, sagte Dr. Thielicke: „Von der Wehrkunde-Tagung 1963 hat sich die Sicherheitskonferenz in den letzten Jahren weg vom klaren militärischen Akzent zu einer respektablen internationalen Tagung entwickelt. Sie hat sich zu einem doch sehr beachtlichen internationalen Gesprächsforum entwickelt. Es geht dort um grundsätzliche Fragen der internationalen Politik und es gibt natürlich viele maßgebliche Politiker die dort an den Diskussionen teilnehmen."

    Nach seiner Ansicht „liegen die Hauptthemen der bevorstehenden Konferenz auf der Hand“. „Das ist einmal die Krise der europäischen Sicherheitsordnung, also es ist ja bekannt, welche Spannungen in Europa derzeit bestehen, bis hin auch zur Ukrainefrage. Dann geht es natürlich um den Krieg in Syrien, auch da liegen ja die Dinge auf der Hand, wobei auch hier ein interessantes  Gesprächsforum in München tagen wird. Morgen — also vor der Konferenz an sich — wird sich nämlich schon die Syrien-Kontaktgruppe treffen und dort die Fragen Syriens im relativ kleinen Kreis diskutieren. Das wäre die zweite Frage. Das Dritte sind die dschihadistischen Terrorgruppen."

    „Die Teilnehmerschaft ist breit, aber im Kern geht es natürlich um die Fragen der transatlantischen Beziehung, der transatlantischen Partnerschaft — das kann man auch aus den Dokumenten ersehen“, fügte der Experte hinzu. „Insofern ist es eine Zwitterveranstaltung: einerseits weltweite Teilnahme, andererseits natürlich Fokus auf die transatlantischen Beziehungen."

    Tags:
    Münchner Sicherheitskonferenz 2007, NATO, Wladimir Putin
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