23:42 23 September 2017
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    US-Präsident Barack Obama

    „Kein Strategiewechsel in Syrien“ – Russische Armee lehnt US-Empfehlungen ab

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    Das russische Verteidigungsministerium bekommt nach eigenen Angaben aus Übersee Empfehlungen, seine Strategie in Syrien zu ändern, um den USA zu einem Machtwechsel in dem Bürgerkriegsland zu verhelfen.

    „In der letzten Zeit wird uns aus dem Pentagon immer wieder geraten, unsere Strategie in Syrien zu revidieren, um den USA zu ‚helfen‘, dort einen politischen Machtwechsel zu erreichen“, teilte der Pressesprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag mit.

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    „Das Ziel unserer Operation in Syrien besteht darin, den Terrorismus und die Bedrohung für unser Land und die ganze Welt zu vernichten“, sagte Konaschenkow. „Wir haben keine anderen Strategien.“ Was die politischen Angelegenheiten angehe, so dürften nur die Syrer selbst darüber entscheiden, und zwar am Verhandlungstisch, betonte der General

    "Verwüstung statt Demokratie"

    Konaschenkow warnte die USA und ihre Verbündeten vor einer Bodenoffensive in Syrien und erinnerte an die blutigen Folgen von „Washingtons Machtwechsel-Strategien“ im Nahen Osten, aber auch im postsowjetischen Raum. „Statt Demokratie gibt es dort überall Verwüstung, Blut und Flüchtlinge“, sagte der General.

    In Syrien dauert seit März 2011 ein bewaffneter Konflikt an, der laut Uno-Angaben bereits mehr als 220.000 Todesopfer gefordert hat. Den Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad stehen islamistische Terrormilizen gegenüber, die verschiedenen bewaffneten Gruppierungen angehören. Die mächtigsten davon sind Daesh (Islamischer Staat, IS) und die al-Nusra-Front, die in den vergangenen Jahren weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

    Die USA und ihre europäischen Verbündeten streben eine Entmachtung von Syriens Staatschef Assad an und unterstützen bewaffnete Oppositionsgruppen in Syrien, die gegen Assads Armee kämpfen. Russland hingegen hält die Regierung Assad für einzig legitim und unterstützt deren Kampf gegen die Terroristen.

    Die russische Luftwaffe fliegt seit Ende September auf Bitte der Regierung in Damaskus präzise Angriffe gegen Stellungen der Terrorgruppen. Parallel dazu ist eine US-geführte Koalition in Syrien aktiv, die dort seit 2014 ohne Zustimmung der Regierung  in Damaskus und deshalb entgegen dem Völkerrecht Angriffe fliegt. Nach US-Darstellung richten sich die Angriffe gegen die Terrororganisation Daesh (auch Islamischer Staat, IS), die jedoch seit Beginn des von den USA geführten Einsatzes sogar expandieren konnte.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Igor Konaschenkow, Syrien, USA, Russland