23:43 20 November 2019
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    Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew

    Medwedew: Russland dämonisieren ist leicht – Probleme anzuerkennen dagegen schwer

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    Politik
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    Dem russischen Premier Dmitri Medwedew zufolge schlagen die Nato-Länder einen politischen Profit aus der Konfrontation, weil es leichter sei, Russland zu dämonisieren, als Probleme im europäischen Sicherheitssystem wahrzunehmen.

    „(…) Die westlichen Kollegen in der Nato schlagen einfach einen politischen Profit aus der Konfrontation. Auf diese Weise haben sie es leichter, Russland zu dämonisieren und aktuelle Probleme auf dieses Land abzuwälzen, statt ernsthafte Probleme wahrzunehmen, die es im europäischen Sicherheitssystem gibt, und ihre Mitverantwortung für die heutigen Krisen anzuerkennen“, sagte Medwedew in einem Interview mit der Agentur Sputnik.

    Der Premier verwies auf die in den letzten Jahren von der Nato getroffenen Entscheidungen, darunter die Ost-Erweiterung der Allianz und die Stationierung eines globalen Raketenabwehrsystems in Europa.

    „Und jedes Mal hat die Organisation es abgelehnt, zumindest unsere Befürchtungen hinsichtlich unserer eigenen Sicherheit zu berücksichtigen. Von den jüngsten Erklärungen der Allianz-Führung ganz zu schweigen. Es entsteht der Eindruck, dass es für die Welt keine größere Bedrohung gebe als die durch Russland. Wir wurden zweimal mit den IS-Extremisten gleichgestellt“, so Medwedew.

    Der Premier verwies darauf, dass es im Jahr 2010 beim Russland-Nato-Gipfel in Lissabon gelungen war, einen ernst zu nehmenden Kompromiss zu finden und eine gemeinsame Erklärung anzunehmen, mit der bekräftigt wurde, dass Russland und die Nato einander nicht als Gegner betrachteten.

    „Später sind unsere Partner jedoch in die Konfrontationslogik zurückgefallen. Jetzt ist es notwendig, nach Kompromissen zu suchen und sich nicht mit Ambitionen zu messen. Es gilt, das Vertrauen wieder herzustellen und zu den gemeinsamen Initiativen zurückzukehren, die auf Eis gelegt wurden. Es gilt, unsere Bemühungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu vereinen, der sich als Pest über die ganze Welt ausbreitet“, so Medwedew.

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    Tags:
    NATO, Dmitri Medwedew, Russland