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20:22 12 November 2019
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    Die von Straßenkämpfen zwischen Regierungskräften und PKK-Kämpfern zerrüttete Stadt Diyarbakir

    Kurden-Bürgermeister: Türkische Armee kämpft gegen das Volk

    © Sputnik / Ömer Faruk Baran
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    Seit zwei Monaten führt Ankara im türkischen Kurdistan einen Anti-Terror-Einsatz durch. Die Armee hat nach eigenen Angaben mehr als 750 Anhänger der verbotenen Organisation PKK getötet. Laut Firat Anli, dem Bürgermeister der Kurdenmetropole Diyarbakir, kämpft die türkische Armee jedoch nicht gegen Terroristen, sondern gegen die Bevölkerung.

    Im Zentrum von Diyarbakir, der größtenteils von Kurden bewohnten Millionenstadt im Südosten der Türkei, gilt seit mehr als zwei Monaten Ausgangsverbot. Ab und zu kommt es dort zu Schusswechseln zwischen türkischen Soldaten und kurdischen Aktivisten, die die Behörden als Terroristen abstempelt.

    In Wirklichkeit handelt es sich bei ihnen um Stadtbewohner, teilte Diyarbakirs Bürgermeister Firat Anli der Nachrichtenagentur RIA Novosti mit. „Das sind junge Leute, die in diesem Stadtteil leben und vor kurzem eine eigene Verteidigungseinheit namens YPS ausgerufen haben“, sagte Anli. „Sie bestreiten jeden Zusammenhang mit der militanten Untergrundorganisation PKK. Auch die PKK bestätigt, dass YPS nicht zu ihr gehört.“

    Nach jedem Gefecht müssen die Stadtbehörden Leichen von den Straßen räumen, so der Bürgermeister weiter. „Wenn wir das tun, sehen wir, dass die meisten Toten einheimische Zivilisten sind.“ Den Grund für die türkische Militäroffensive sieht der Kurden-Bürgermeister unter anderem darin, dass die prokurdische Partei HDP bei der Juni-Wahl ins türkische Parlament eingezogen war. „Erdogan hatte Angst bekommen“, sagte Anli.

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    Diyarbakir, Türkei