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02:09 12 November 2019
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    Der russische Premier Dmitri Medwedew

    Medwedew: Kalter Krieg nicht wieder ausgebrochen, aber von NATO forciert

    © Sputnik / Ekaterina Stukina
    Politik
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    Ein neuer Kalter Krieg ist noch nicht ausgebrochen, wie der russische Premier Dmitri Medwedew im Interview gegenüber dem Magazin „Time“ erklärte. Bestimmte Entscheidungen der NATO könnten zu dessen Ausbruch jedoch beitragen.

    Den Begriff „Kalter Krieg“ hatte Russlands Ministerpräsident bei der Sicherheitskonferenz in München erwähnt, als er von den Beziehungen zwischen Moskau und der NATO sprach. Medwedew hatte gesagt, der politische Kurs der Allianz gegenüber Moskau bleibe unfreundlich und nicht transparent. Beinahe täglich werde Russland laut Medwedew als die schlimmste Gefahr abgestempelt – mal für die NATO als Ganzes, mal für Europa, mal für Amerika, mal für andere Länder.

    „Sie fragten mich nach dem Kalten Krieg. Wissen sie, das sind Konstruktionen, die irgendwo in der Luft schweben. Ich habe nirgendwo davon gesprochen, dass der Kalte Krieg angefangen habe. Ich habe jedoch gesagt, dass Entscheidungen der Nato zur Entstehung eines Kalten Krieges beitragen würden. Das habe ich gesagt und kann es auch noch einmal bestätigen“, sagte Medwedew gegenüber „Time“.

    „Vor mir war mein Ex-Kollege, Herr Stoltenberg, aufgetreten, der jetzt den Posten des Nato-Generalsekretärs innehat. Wovon hat er gesprochen? Er sagte, Russland müsse eingeschränkt werden, man müsse Kontingente verstärken, sich entlang aller Grenzen schützen. Wenn das keine Vorbereitung auf einen Kalten Krieg ist, was ist es dann? Das ist die Realität“, so Medwedew weiter.

    Russland brauche einen solchen ständigen Krieg jedoch nicht und würde lieber an nichts derartigem teilnehmen.

    Bezüglich der Situation in Syrien und der Pläne einiger Länder, sich an der Bodenoperation zu beteiligen, sagte Medwedew, dass sich ein Konflikt ins Unendliche ausdehnen könne, wenn er ins Stadium eines Bodeneinsatzes übergehe. Das sei sehr gefährlich.

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    Tags:
    Kalter Krieg, NATO, Time, Jens Stoltenberg, Dmitri Medwedew, Russland