07:08 07 April 2020
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    Statt Moskau „auf Augenhöhe“ zu behandeln, hat der Westen nach dem Zerfall der Sowjetunion vor rund einem Vierteljahrhundert mehrere Fehler begangen, die zu einer Verschlechterung der Beziehungen mit Russland führten, wie der Osteuropaexperte Thomas Kunze gegenüber Spiegel-Online äußerte.

    Der Westen habe in den Jahren nach dem Ende der UdSSR der damaligen Regierung signalisiert, dass er als Gegenleistung für ein Ende des Kalten Kriegs Russlands Sicherheitsinteressen respektieren werde. Dieses Versprechen sei jedoch nicht eingehalten worden.

    „Wir hätten Russland auf Augenhöhe behandeln sollen, auch als es in den Neunzigerjahren schwach war. Stattdessen haben wir Russlands Interessen teilweise ignoriert“, antwortet der Experte auf die Frage, wie sich westliche Machthaber nach dem Zerfall der Sowjetunion hätten verhalten sollten.  

    „Dankbarkeit ist sicher keine politische Kategorie. Aber die Russen haben vom Westen etwas anderes erwartet als die Ausdehnung der Nato an ihren Grenzen“, betont er.

    Zudem setze der Westen oft auf falsche Leute in wichtigen Positionen, wie im Fall des ehemaligen Staatschefs Georgiens, Michail Saakaschwili, oder des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, die keine Musterdemokraten seien. „Dieser und auch andere ‘Hoffnungsträger des Westens‘ sind oft selbst keine Demokraten.“, erklärt Schepp.

    „Es ist viel Blauäugigkeit im Spiel, wenn manche denken, dass das westliche Demokratiemodell flugs in andere Weltgegenden exportiert werden kann.“, fügt Kunze hinzu.

    Der sich schnell ausbreitende islamistische Totalitarismus und Terrorismus könnte demnächst jedoch zu einer Annäherung zwischen Russland und den westlichen Staaten führen. „Zur Vision eines ‚gemeinsamen europäischen Hauses‘, die Michail Gorbatschow und Helmut Kohl hatten, gibt es keine Alternative.“, betont der Osteuropaexperte.

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    Tags:
    Petro Poroschenko, Michail Saakaschwili, UdSSR, Europa, Russland