04:46 20 April 2019
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    Porträt von Muammar Gaddafi im Feuer

    EU-Abgeordneter zu Libyen-Krise: Missglückter Nato-Versuch, Uno zu ersetzen

    © RIA Novosti . Andrej Stenin
    Politik
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    Die Situation in Libyen, wo faktisch fünf Jahre lang ein Bürgerkrieg andauert, zeugt vom Scheitern des Nato-Versuchs, sich die Funktionen der Uno anzumaßen, sagte der europäische Abgeordnete und Vize-Vorsitzende der Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken, Javier Couso (Spanien), der Agentur Sputnik.

    Der militärische Einsatz gegen das Regime von Muammar Gaddafi in Libyen hatte am 19. März 2011 begonnen. Bald darauf wurde die Operation vollständig von der Nato-Führung übernommen. Der Einsatz ging am 31. Oktober desselben Jahres zu Ende.

    „Nach fünf Jahren sehen wir in Libyen ein totales Chaos auf allen Ebenen (…). Das ist der gescheiterte Versuch der Nato, die Uno zu ersetzen“, so der spanische Politiker.

    Nach seiner Meinung kann die neue, unter der Schirmherrschaft der Uno gebildete Regierung der nationalen Einheit die negativen Entwicklungstendenzen nicht durchbrechen. „Die Übereinkunft ist nicht konsolidiert worden, das Land lebt weiterhin in dem Chaos, das durch Zusammenstöße zwischen Feldkommandeuren verursacht wurde, die von verschiedenen regionalen und internationalen Kräfte unterstützt werden“, so der europäische Parlamentarier.

    Zuvor war mitgeteilt worden, dass in Libyen endlich eine nationale Einheitsregierung gebildet wurde, der 13 Minister angehören.

    Nach dem Sturz und der Ermordung von Muammar Gaddafi während eines bewaffneten Konfliktes 2011 war in Libyen eine Doppelherrschaft entstanden: Einerseits das bei allgemeinen Wahlen bestimmte Parlament in Tobruk im Westen des Landes, andererseits der pro-islamische Allgemeine Nationalkongress in Tripolis. Mittlerweile werden weite Gebiete nicht mehr von den Behörden kontrolliert. In der letzten Zeit haben Daesh-Terroristen (IS), die mehrere Regionen in Syrien und im Irak kontrollieren, ihre Aktivitäten in Libyen verstärkt.

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    Tags:
    NATO, Javier Couso Permuy, Libyen