06:52 06 Dezember 2019
SNA Radio
    Recep Tayyip Erdogan

    IS ist Erdogans Machtinstrument gegen Kurden - türkische Abgeordnete

    © REUTERS /
    Politik
    Zum Kurzlink
    21971
    Abonnieren

    Die Tatsache, dass der IS niemals türkische Stellungen angreift, sich zu keinem Anschlag im Land bekannt hat und ungehindert die Grenzen passieren darf, spricht davon, dass er ein Instrument von Ankara ist, das auch gegen Kurden eingesetzt wird. Dies erklärte die HDP-Abgeordnete im türkischen Parlament, Selma Irmak, gegenüber RIA Novosti.

    „Erdogan benutzt den IS gegen Kurden. Er kann seine Armee nicht direkt in das syrische Kurdistan schicken, allerdings kann er den IS als Instrument gegen die Kurden nutzen (…).Erdogans Traum ist ein Osmanisches Großreich, und der IS ist eines seiner Werkzeuge dafür“, sagte Irmak.

    Der IS habe niemals türkische Stellungen attackiert und sich nie zu Anschlägen in türkischen Städten bekannt. Bei den Terroranschlägen in Diyarbakir, Suruc und Ankara seien größtenteils nur Kurden und kurdenfreundliche Oppositionäre ums Leben gekommen, betont die Politikerin.

    „Ein solche Vereinigung von Kurden steht der türkischen und islamistisch-sunnitischen Politik im Nahen Osten im Weg“, so die Abgeordnete. Es gebe zu viele Hinweise dafür, dass die Türkei zu der Islamisten-Miliz gute Beziehungen pflege.

    „Verwundete Milizen werden in der Türkei behandelt. Für den IS ist die Türkei Rückendeckung und ein sehr wichtiger Versorgungskanal. Sie dürfen die türkische Grenze passieren und bekommen hier auch ihre Papiere. Der IS hat Trainingslager in der Türkei. (…) Alle Terrormilizen fahren durch die Türkei in den Islamischen Staat und wieder hinaus“, betont sie.

    Zudem würden nicht nur Öl, sondern auch gefangene Frauen und Geiseln über die türkische Grenze befördert. „Durch die Türkei verkauft der IS gefangene Jesidinnen und christliche Assyrerinnen. In Gaziantep fanden wir Frauen und Feministinnen ein Lager mit solchen Gefangenen. Von dort aus werden sie in verschiedene türkische Städte verkauft“, erzählte die Kurdenpolitikerin.

    Die türkische Artillerie hatte am Wochenende den Luftwaffenstützpunkt Menagh im Norden der Provinz Aleppo sowie das Gebiet nahe der Stadt Deir Dzhemal gezielt unter Beschuss genommen. Diese Gebiete kontrollieren kurdische Volksmilizen. Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu rechtfertigte diesen Schritt als Gegenmaßnahme zu der von der kurdischen Partei Demokratische Union (PYD) ausgehenden Gefahr an der türkisch-syrischen Grenze und forderte die PYD dazu auf, ihre Stellungen im Norden Aleppos zu verlassen. Der Parteivorsitzende Salih Muslim hat diese Forderung zurückgewiesen.

    Seit Dezember kommt es außerdem immer wieder zu Straßenkämpfen zwischen türkischen Soldaten und Kurdenkämpfern im Südosten der Türkei, wo Menschenrechtler Hunderte zivile Opfer und kurdische Beobachter den Einsatz chemischer Waffen melden.

     

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Türkische Abgeordnete: Mehr als 500 Tote bei Konflikt im türkischen Kurdistan
    Demonstrant angeschossen – Kommt kurdisch-türkischer Konflikt jetzt nach Schweden?
    Türkische Angriffe auf Kurden: Syrien klagt vor UN-Sicherheitsrat
    Qualität anders als in EU: Deutsche und andere Marken sorgen für Verbraucherskandal in Russland
    Tags:
    Kurden, Prokurdische Volksdemokratische Partei (HDP), Islamischer Staat, Terrormiliz Daesh, Recep Tayyip Erdogan, Kurdistan, Türkei, Syrien