21:19 21 September 2017
SNA Radio
    Parodie auf Cameron und Obama beim Pokern.

    Poker um Brexit: Briten verbitten sich Einmischung Obamas

    © AP Photo/ Jacques brinon
    Politik
    Zum Kurzlink
    Was wird mit dem Brexit? (339)
    2753451693

    In Großbritannien ist eine Petition gegen die Einmischung des US-Präsidenten in die inneren Angelegenheiten ihres Landes gestartet. Für Empörung sorgte ein Bericht, dass sich Obama wegen des Referendums zum EU-Austritt Großbritanniens an die Briten wenden will.

    Wenn die im Internet gestellte Petition von 100.000 Menschen unterzeichnet wird, muss das britische Parlament diese Frage erörtern.

    Petition gegen die Einmischung des US-Präsidenten in die inneren Angelegenheiten Großbritannien
    Petition gegen die Einmischung des US-Präsidenten in die inneren Angelegenheiten Großbritannien

    Empörte Briten lassen Obama abblitzen. Auf der Seite des britischen Parlaments ist eine Online-Petition gegen die Einmischung des US-Präsidenten in die inneren Angelegenheiten Großbritanniens zu finden. Es handelt sich dabei um das Referendum über den Austritt Großbritanniens aus der EU. Die Zahl der Anhänger der Petition steigt schnell – es gibt bereits mehr als 13.000 Unterschriften. Dies reicht aus, um die Parlamentarier zu einer offiziellen Antwort zu zwingen. Sollten 100.000 Unterschriften gesammelt werden, muss das britische Parlament dazu abstimmen.

    „Ich denke, dass dies eine Angelegenheit Großbritanniens ist. Ausländische Politiker sollen sich nicht einmischen“, sagte ein Brite der RT-Korrespondentin Anastassia Tschurkina. „Er darf sich nicht einmischen. Ich denke, dass die EU eine totalitäre Struktur mit einer zentralisierten Macht ist“, meinte ein anderer Brite.

    Es ist kein Geheimnis, dass Amerika Großbritannien in einer starken EU sehen will. Aufrufe, Telefonanrufe und Druck hinter verschlossenen Türen – Washington greift regelmäßig zu diesen Tricks. Die USA fürchten, dass das riskante Spiel Camerons zu einem unerwünschten Ergebnis führen könnte.

    Anlass für die Petition gegen die US-Einmischung war ein Bericht, dass Obama eine wichtige Ansprache an die Briten vorbereitet. RT fragte Briten, was geschehen würde, wenn Cameron in die USA reisen und dort sagen würde, was getan werden soll.

    „Ich denke, sie hätten nicht einmal verstanden, wer das ist“, meinte ein Brite. „Ich denke nicht, dass er sich in unsere Angelegenheiten einmischen darf. England ist England, Amerika hat damit nichts zu tun. Es hat kein Recht dazu“, so ein anderer.

    Dennoch will nicht nur Washington Großbritannien in der EU halten. Auch Unternehmen an der Wall Street senden Warnungen. Laut der Goldman Sachs Bank kann der Austritt aus der EU ausländische Investoren abschrecken und dem Pfund-Kurs schaden. JP Morgan Chase gab zu verstehen, Großbritannien den Rücken kehren zu wollen, falls das Land aus der EU austritt.

    Mit dem näher rückenden Referendum nimmt auch der äußere Druck zu, der darauf zielt, Großbritannien zum Verbleib in der EU zu bewegen. Die Ergebnisse der Umfragen in Großbritannien sind unterschiedlich. Derzeit kann man kaum vorhersagen, was das für Cameron bedeuten wird.

    Themen:
    Was wird mit dem Brexit? (339)

    Zum Thema:

    Cameron will Briten zu Verbleib in der EU überreden
    Brexit verhindern: Brüssel macht große Zugeständnisse an London
    Letzte Warnung: Im Handel zwischen Cameron und Brüssel beginnt entscheidende Phase
    EU-Gipfel: London möchte raus aus der Union – kommt es wirklich zum Brexit?
    Tags:
    Brexit, David Cameron, Anastassia Tschurkina, Barack Obama, USA, Großbritannien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren