14:24 24 Juni 2017
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    Migranten in Tschechien

    Falls die Türkei versagt: Prag fordert Plan B gegen Flüchtlinge

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    Während die Türkei in der Flüchtlingskrise von der EU weitere Finanzhilfen fordert, will Tschechien einen Plan B ausarbeiten – für den Fall, dass die Regierung in Ankara ihren Verpflichtungen zur Begrenzung des Flüchtlingszustroms Richtung Europa nicht nachkommen sollte.

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    „Man muss sich schon jetzt über alternative Lösungen Gedanken machen, falls es der Türkei nicht gelingen sollte, den Migrantenzustrom einzudämmen“, sagte der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka nach Angaben des Portals Novinky.cz. Er wolle diese Position beim beginnenden EU-Gipfel in Brüssel an die europäischen Spitzenpolitiker herantragen.

    Der tschechische Europastaatssekretär Tomáš Prouza äußerte seinerseits, die Türken sollten schon in den nächsten Wochen mit der Erfüllung des Flüchtlingsabkommens beginnen. Passiere das nicht, hätte es keinen Sinn, weiter zu warten. „Entweder gibt es in den nächsten zwei bis drei Wochen einen deutlichen Rückgang bei den Ankommenden, oder wir müssen einen anderen Weg suchen.“

    Vor dem EU-Gipfel hatte sich der türkische Staatschef Recep Erdogan pessimistisch zu den Perspektiven geäußert, den Flüchtlingszustrom in die Europäische Union einzudämmen. Ende Januar hatte der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu die EU aufgerufen, in der Flüchtlingskrise höhere Finanzhilfen als die bislang versprochenen drei Milliarden Euro einzukalkulieren.

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    Tags:
    Tschechien, Europäische Union, Türkei
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