17:10 24 April 2017
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    US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump

    Trumps Vorwahl-Erfolg: „Amerika hat Angst vor Machtverlust“ Experte

    © AFP 2017/ John Gurzinski
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    Mit seinem Slogan „Make America great again“ hat sich Republikaner Donald Trump zum dritten Mal in Folge in einer Vorwahl durchgesetzt. Dem geopolitischen Analytiker Markus Miller zufolge vertritt Trump die Werte, nach denen sich aktuell große Teile der US-Bevölkerung sehnen.

    „Es gibt eine Antipathie gegen das Establishment der letzten Jahre, ein großer Teil der Bevölkerung hat ein Vakuum und sehnt sich nach Werten, die Donald Trump jetzt vertritt“, sagt der renommierte Analytiker und Wirtschaftsexperte, Gründer des Internetportals www.geopolitical.biz Markus Miller gegenüber Sputniknews.  „Er hat zum Beispiel gesagt, er möchte den Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze, er hat nach den Anschlägen in Paris von einem Einreiseverbot für Muslime gesprochen. Wer diese Aussagen als europäischer Kanzlerkandidat treffen würde, hätte keine Chance“, fügt Miller hinzu.

    Gründer des Internetportals www.geopolitical.biz Markus Miller
    Gründer des Internetportals www.geopolitical.biz Markus Miller

    Trumps Erfolg liege ihm zufolge auch daran, dass die anderen republikanischen Kandidaten keine Sicht mehr haben: „Man weiß nicht, für was sie wirklich stehen. Von Tag zu Tag steigt die Chance, dass Donald Trump Präsidentschaftskandidat der Republikaner in Amerika wird. Außerdem stehen die anderen Kandidaten Hillary Clinton und Bernie Sanders zu stark für das alte Amerika, das seitens der amerikanischen Bevölkerung heute nicht mehr gewünscht wird.“

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    „Die USA brauchen sehr lange Zeit, um seine Traumen zu verarbeiten, zum Beispiel den Vietnam-Krieg, den 11. September, den Amerika meiner Meinung nach noch nicht verarbeitet hat. Deswegen treffen die Themen von Trump wie Islamismus auf einen sehr fordernden Boden in den USA“, so Miller. „Die Ängste, dass Amerika instabil wird, seine führende Rolle im militärischen Bereich oder in der Wirtschaft verliert,  befeuern den Trend, dass Trump derartige Wahlergebnisse erzielt. Er trifft klare Aussagen, und Amerika sehnt sich gerade nach einer starken Führung des Landes“, meint der Experte.

    US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump
    © REUTERS/ Joshua Roberts

    Die internationalen Beziehungen der USA mit anderen Ländern seien nach Millers Aussage immer irgendwo auf dieser Welt sehr angespannt: „Jetzt ist Syrien der Krisenherd. Die USA haben seit Ausbruch des Syrien-Krieges rund 2200 Flüchtlinge aufgenommen, eine verschwindend geringe Zahl in Relation zur Größe und zur Verantwortung der USA.“

    „Ich glaube, wir laufen in der Zukunft die Gefahr bzw. es wird so sein, dass wir Grenzen nicht mehr auf Länderebene, sondern auf Glaubensebene haben. Ich glaube, wir werden in Zukunft Glaubenskriege sehen“, prognostiziert Miller.

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