23:18 18 September 2020
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    Libyen wird laut US-Außenminister John Kerry zu einem handlungsunfähigen Staat, wenn die verfeindeten Gruppierungen sich nicht auf die Bildung einer Regierung der Nationalen Einigkeit verständigen, meldet der russische Fernsehsender RT.

    Vor rund fünf Jahren habe die Nato-Invasion angefangen. Die militärische Einmischung habe zum Sturz des damaligen Präsidenten Muammar al-Gaddafi geführt und einen Bürgerkrieg ausgelöst, so die RT-Korrespondentin Gayane Chichakyan.

    Bei einer Rede im US-Kongress habe der US-Außenminister Kerry auf die Frage nach Libyen gesagt, das Land stehe am Rande des Zerfalls: „In den letzten Monaten unternehmen wir alle Anstrengungen, um eine einheitliche Regierung in Tripoli zu bilden. Wenn die verfeindeten Kräfte des Landes sich nicht vereinen, wird Libyen zu einem handlungsunfähigen Staat.“

    Momentan müssten die USA aufgrund der schweren Lage in Libyen eine Welle der Kritik über sich ergehen lassen. Vor fünf Jahren habe sich Washington am Sturz des Präsidenten Gaddafi beteiligt. Damals habe der Westen dem Land eine frohe demokratische Zukunft prophezeit, so RT.

    Stattdessen befinde sich das Land in einer schweren politischen Krise. Heute seien in Libyen zwei zerstrittene Regierungen an der Macht. Und der Islamische Staat habe die entstandene Situation schnell ausgenutzt. Inzwischen gebe es Trainingslager für IS-Kämpfer in dem Land

    Unter der UN-Ägide sei in Libyen die sogenannte Regierung der Nationalen Einigkeit eingerichtet worden. Doch das libysche Parlament habe die Regierung bislang nicht bestätigt, daher sei es verfrüht von einem Gelingen dieser Regierung zu sprechen.

    Indessen erobere der IS weitere Gebiete in Libyen. Im Jahr 2011 hätten die USA den Sturz von Präsident Gaddafi unterstützt. Heute müssten die Vereinigten Staaten erneut Luftangriffe gegen Objekte in Libyen fliegen – diesmal im Kampf gegen den IS. Und Viele würden sich fragen, ob die erste Intervention der USA in Libyen die Situation verursacht habe, in der die zweite Intervention notwendig geworden sei, so die RT-Korrespondentin.

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    Tags:
    NATO, John Kerry, USA, Libyen