05:32 24 November 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Griechenland wird es laut seinem Migrationsminister Ioannis Mouzalas vor dem Hintergrund des bisher größten Migrantenzustroms in die europäischen Länder nicht hinnehmen, für ganz Europa Millionen Migranten und Flüchtlinge aufzunehmen.

    Der Minister gab seine Erklärung vor dem Innenminister-Treffen in Brüssel zur Migrationskrise in Europa ab.

    „Eine große Zahl von EU-Ländern will die humanitäre Krise in Griechenland bekämpfen, die sie selbst schaffen wollen. Griechenland wird es nicht hinnehmen, Europas Libanon zu werden, auch wenn es dafür viel Geld von der EU bekommt“, zitiert die Agentur France Press Minister Mouzalas, der den Libanon als Land erwähnt hatte, in das mehr als eine Million Syrer vor dem Bürgerkrieg geflohen waren.

    Der griechische Minister kritisierte manche Länder, die einseitige Handlungen zur Reduzierung des Migrantenzustroms unternehmen, was sich seines Erachtens auf die Situation in Griechenland negativ auswirkt. Es geht um mehrere Balkanländer, die am Mittwoch in Österreich ohne Griechenland zusammengekommen waren, um Maßnahmen zum verstärkten Schutz der eigenen Grenzen abzustimmen.

    „Griechenland wird keine einseitigen Maßnahmen akzeptieren“, sagte Mouzalas und drohte, auch Athen könne in der Flüchtlingskrise „nicht abgestimmte Maßnahmen“ ergreifen.

    Griechenland ist der erste Anlaufpunkt für den Migrationsstrom nach Europa über das Ägäische Meer.

    Nach den Angaben der europäischen Grenzschutzagentur Frontex sind im Jahr 2015 in der EU etwa 1,8 Millionen Flüchtlinge eingetroffen. Die Europäische Kommission spricht von der größten Migrationskrise seit dem Zweiten Weltkrieg.

    Im September 2015 hatte der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker den EU-Ländern verbindliche Aufnahmequoten vorgeschlagen, um in den nächsten zwei Jahren zusätzlich etwa 160.000 Flüchtlinge aus den Ländern des Nahen Ostens und  Afrikas aufzunehmen. Diesbezüglich erklärte der ungarische Premierminister Viktor Orbán, von der Effektivität dieser Quoten nicht überzeugt zu sein.

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    Migranten, Griechenland