14:41 01 Oktober 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    842878
    Abonnieren

    Die USA haben sich ihre außenpolitischen Ziele im Nahen Osten nicht richtig gesteckt und diese Fehler haben zum Scheitern der Militärkampagne im Irak, dann zum zahlenmäßigen Anwachsen der IS-Terroristen in Syrien geführt, wie das US-amerikanische Politikmagazin The National Interest schreibt.

    Das Vorgehen der USA im Nahen Osten könnte der größte geopolitische Fehler Washingtons seit dem Vietnam-Krieg werden. Mit dem  Militäreinsatz im Irak habe es begonnen und nun zu katastrophalen Folgen in Form der Ausbreitung des internationalen Terrorismus geführt, dessen Ursprung in den syrischen Terrorgruppierungen liege. All das erlaube die Schlussfolgerung, dass die Nahost-Politik der Vereinigten Staaten ein einziges Fiasko erlebt, so The National Interest.

    "Vor 25 Jahren, am 24. Februar 1991, begann der erste Bodeneinsatz der USA im Irak. Die Präsidialverwaltung George Bushs sen. verfügte über klare Mandate der Uno sowie des US-Kongresses zur Befreiung Kuwaits", berichtet das Politimagazin und ergänzt, dass die US Army damals nicht auf den Widerstand der Bevölkerung vorbereitet gewesen wäre. Dem NI-Bericht zufolge, wäre es damals die einzig richtige Entscheidung gewesen, Saddam Hussein an der Macht zu halten. Weiter verschlechterte sich die Lage nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, denen kurze Zeit später erneut eine Militäroperation im Irak folgte.

    Schon lange vorher habe es aktive Terrorgruppierungen im Nahen Osten gegeben, so das Blatt. Aber erst seit dem zweiten Irak-Einsatz der USA seien diese in der Lage gewesen, "Tausende ausländische Kämpfer im Herzen der Region anzuwerben, ein weites Gebiet zu kontrollieren sowie Zerstörungen in solch großem Umfang zu verursachen".

    Nach Ansicht des Autors war die Militärkampagne im Irak der bedeutendste außenpolitische Fehler der USA seit dem Vietnamkrieg. Bis 2009 verloren rund 4.000 amerikanische Soldaten ihr Leben und allein offiziellen Angaben zufolge kostete der Einsatz mehr als drei Billionen Dollar, wie The National Interest berichtet.

    "Die amerikanische Militärokkupation war extrem unpopulär unter der irakischen Bevölkerung und das Parlament hatte niemals eine juristische Immunität erwogen, die nötig gewesen wäre, um eine umfassende und langfristige Stationierung amerikanischer Soldaten zu ermöglichen", so der Bericht. All dies habe zu einem teilweisen Zerfall des Irak sowie zum Anwachsen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS, auch Daesh) geführt, deren Kämpfer die bewaffnete Revolution in Syrien auszunutzen wussten.

    Die USA sollten nun, so der NI-Autor, dreierlei Schlüsse aus ihren Militäreinsätzen im Nahen Osten der letzten 25 Jahre ziehen: "Erstens sollten sich die USA von ideologischen Ansätzen fernhalten. Zweitens ist ein politischer Erfolg nur schwerlich zu erreichen, solange die politischen Ziele schlecht definiert sind. Drittens, und das ist möglicherweise das wichtigste Fazit, braucht die Weltgemeinschaft dringend neue Instrumente zur Aufhebung tiefgreifender institutionalisierter Fehler, die weiter reichen als nur in die Arabische Welt", schreibt The National Interest.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Riad und Washington – eine Allianz, die immer schwieriger zu rechtfertigen ist
    Arabischer Frühling hat Länder der Region 830 Milliarden Dollar gekostet
    Im Nahen Osten hat Westen auf falsche Karten gesetzt – Osteuropa-Historiker Rahr
    Syriens Außenminister: Russland zehn Mal effektiver als USA
    Tags:
    Militäreinsatz, Bodenoperation, Saddam Hussein, Nahost, Irak, USA