20:44 30 November 2020
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    Die Welt durchlebt gegenwärtig eine gefährliche Phase, die mindestens in einen neuen Kalten Krieg führen kann, wie der Ex-Präsident der UdSSR, Michail Gorbatschow, äußerte.

    Gorbatschow zufolge dürfen die aktuellen Probleme nicht durch bewaffneten Kampfes oder Rückkehr zur Militarisierung geregelt werden, sondern ausschließlich durch konstruktive Politik und Dialog.

    „Ich denke, dass wir jetzt eine solche gefährliche Periode erleben. Diese Sache kann mindestens mit einem Kalten Krieg enden. Er ist bereits im Gange. Und wer denkt, dass er ihn gewinnen könne – das ist alles Unsinn! Wir werden nicht nachgeben,  sie werden nicht nachgeben. Jetzt ist nur Eines nötig: Weltpolitik, konstruktive Politik. Und sich auf den Frieden zubewegen. Man muss diesen Frieden gestalten und festigen“, erklärte Gorbatschow am Vorabend seines 85. Geburtstages gegenüber dem russischen Fernsehkanal REN TV.

    Der Ex-Präsident der UdSSR ergänzte zudem, dass er auch konkrete Vorschläge machen könne und die Politik nicht verlassen werde. „Ich scheide nicht aus der Politik (…) 55 Jahre in der Politik – das ist etwas. Ich habe keine Pläne, mein einziger Plan ist, dass ich nicht abseits stehen werde“, sagte er.

    Der ehemalige Staatschef der Sowjetunion schreibe an einem Artikel, den er wahrscheinlich veröffentlichen werde. „Aber die Überschrift macht mir zu schaffen, da bietet sich ‚Krieg oder Frieden‘ an. Und ich werde ihn bestimmt veröffentlichen“, so Gorbatschow. Seine Antwort in dem Beitrag, so betonte der Politiker, sei „nur Frieden“.

    „Viele meinen, und das sehe ich ähnlich, dass ein Bürgerkrieg schon im Gange ist. Der dritte Weltkrieg ist bereits da. Es wird geschossen, auch mit Kernwaffen. Es werden Massenvernichtungswaffen eingesetzt. Die Rüstungsausgaben sind kolossal. (…) Deshalb muss man das stoppen“, meint der Ex-Staatschef der Sowjetunion.  „Aber wie soll man das stoppen, wenn immer neue Länder mit Waffen auftauchen? Im Großen und Ganzen, die Welt ist in großer Gefahr“, erklärte er.

    Laut Gorbatschow wurde die UNO im Regelungsprozess „zur Seite gedrängt“. Die Organisation tue wenig, obwohl man ihre Kraft nutzen müsse. Ihre Gründung sei ein riesiger Durchbruch für die Menschheit gewesen.

    Wie der Politiker meint, könne ein Ausbau der militärischen Stärke, eine Rückkehr zur Militarisierung die Probleme nicht lösen. Ihm zufolge ist „das Triumphieren eine schreckliche Krankheit jener, die sich jetzt erneut ans Aufrüsten machen“. Doch, so meint Gorbatschow, gebe es heute keinen solchen Kampf, wie in den letzten Jahren des Kalten Krieges.

    „Man muss Politik, Dialog machen. Denn wenn Sie alle Perioden analysieren, so endete letztendlich eine jede Kollision mit Frieden. Weil in der Natur des Menschen das Verständnis angelegt ist, sich zu bewahren“, erklärte Gorbatschow abschließend.

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    Tags:
    Kalter Krieg, Michail Gorbatschow, Russland