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22:53 22 September 2019
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    Situation in Syrien

    „Guardian“: USA orientieren sich im Syrien-Konflikt wohl oder übel an Russland

    © Sputnik / Ilya Pitalev
    Politik
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    Moskau und Washington können bei der Regelung der Syrien-Krise nicht ohne den anderen auskommen. Die USA haben dabei eine schwache Position, sie müssen sich nach Russland richten, schreibt „The Guardian“.

    Der zeitweilige Waffenstillstand in Syrien, der dank Russland und den USA erreicht wurde, sei zwar ein riskanter, jedoch der einzig mögliche Schritt in der aktuellen Situation. Washington müsse sich in vielerlei Hinsicht Moskau anpassen, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt, schreibt „The Guardian“ weiter.

    Die militärische Einmischung Moskaus in den Syrien-Konflikt änderte den Verlauf der Ereignisse. Falls einige von Anfang an darüber lachten, dass Russland Flugzeuge nach Syrien schickt, verstanden sie später, dass die russische Luftwaffe die dortige Situation beeinflussen kann. Assad konnte dank Russland seine Positionen stärken, so dass sein Sturz in weite Ferne gerückt ist. Dabei hat Moskau die schwierige Aufgabe, die Anstrengungen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ mit dem Westen zu koordinieren und die Staatlichkeit wiederherzustellen, heißt es in dem Artikel in „The Guardian“.

    Die USA hätten die schlechteren Karten bezüglich des Waffenstillstandes gehabt. Washington hätte einige Jahre lang keinen Einfluss auf die Situation in Syrien gehabt, nachdem die Frage mit den Chemiewaffen gelöst worden war.

    Der Kampf Washingtons gegen den IS im Irak und Syrien verlief sehr langsam, die Kontrolle über die Situation im Irak war nicht besonders beeindruckend. Als der Waffenstillstand vereinbart wurde, musste sich US-Außenminister John Kerry nach dem Entwurf Russlands richten und versuchen, dass der einigermaßen den Interessen der USA, Europas und ihrer Verbündeten entspricht.

    Waffenstillstand in Syrien
    © Sputnik / Iliya Pitalev

    Das jetzige Abkommen würde Gewalt nicht völlig ausschließen, doch ihre Wucht senken. Der Syrien-Konflikt sei so schwierig und gefährlich geworden, dass sogar zwei Seiten, die ursprünglich gegeneinander kämpften, zur Kooperation bereit sind. Die Gefahr einer sich verschärfenden Zuspitzung sei der wichtigste Faktor gewesen, um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen. Die meisten Experten sind sich einig, dass der Waffenstillstand trotz seiner Fragilität im Interesse aller wichtigsten Akteure ist, so die Zeitung.

    „Russland und die USA brauchen einander, sie versuchen jedoch gleichzeitig, sich gegenseitig auszunutzen. Die Situation kann sich verschlechtern, doch der Waffenstillstand ist die einzige Maßnahme, die den leidenden Syrern eine Erleichterung bringen kann“, heißt es in dem Artikel.

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    Tags:
    John Kerry, USA, Russland, Syrien