18:01 21 November 2019
SNA Radio
    Österreichischer Kanzler Werner Faymann

    SPÖ-Politiker zu Faymanns Initiative: „Willkommenskultur nicht überstrapazieren“

    © REUTERS / Heinz-Peter Bader
    Politik
    Zum Kurzlink
    Migrationsproblem in Europa (1282)
    41810
    Abonnieren

    Der Vorschlag von Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann an Deutschland, Flüchtlinge direkt aus Griechenland oder Nachbarstaaten Syriens zu übernehmen, ist laut dem SPÖ-Bundesratsabgeordneten Stefan Schennach richtig. Zäune zu bauen ist „nicht europäisch“, dem muss ein Ende gesetzt werden, so der Politiker.

    „Europäisch ist es nicht, wenn wir in ganz Europa anfangen, Zäune zu errichten. Aber dieser Vorschlag ist richtig“, sagt der SPÖ-Bundesratsabgeordnete Stefan Schennach im Interview für Sputniknews. „Warum müssen sich die Flüchtlingsfamilien, die schon vieles hinter sich haben, durch alle Balkanstaaten hinausquälen? Jene Länder, die sich bereit erklären, ein gewisses Kontingent aufzunehmen, sollen die Flüchtlinge direkt abholen.“

    „Durch Österreich sind im letzten Jahr  in wenigen Monaten 660.000  Flüchtlinge im wahrsten Sinne des Wortes marschiert, 90.000 sind geblieben“, so Schennach weiter. Österreich sei ihm zufolge ein sehr offenes Land und biete auch eine umfassende Versorgung im Unterschied zu anderen Ländern, aber die Kapazitäten seien begrenzt: „Wir wollen diese Willkommenskultur nicht überstrapazieren. Deshalb muss es europäisch zu einer Verteilung kommen.“

    Die EU will am Mittwoch ein Hilfspaket für Flüchtlinge vorstellen. 300 Millionen Euro sollen in diesem Jahr und bis Ende 2018 insgesamt 700 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt werden, darunter auch für Griechenland.

    Natürlich müsse Griechenland geholfen werden, betont der Abgeordnete: „Griechenland ist in einer tiefen ökonomischen Krise. Griechenland ständig Vorhaltungen zu machen, ist unanständig und schändlich. Griechenland alleine schafft das nicht, Europa schafft es.“

    „Wir müssen alles tun, um diese Schand-Zäune wegzubekommen, wir müssen Schengen retten, aber wir müssen Dublin endgültig entsorgen“, schlussfolgert er.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Migrationsproblem in Europa (1282)

    Zum Thema:

    EU-Kommission ruft zum auf Grenzkontrollen auf – „The Guardian“
    Bundeskanzler Faymann: Österreich wird trotz Merkels Kritik bei Quoten hart bleiben
    Österreich will Flüchtlinge aus Ägäis in Türkei zurückschicken
    Slowakischer Premier Fico: Erst Willkommenskultur, nun Grenzschließung?
    Tags:
    Migranten, Stefan Schennach, Werner Faymann, Griechenland, Österreich