06:40 18 November 2019
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    Österreichischer Außenminister Sebastian Kurz und die Innenministerin Johanna Mikl-Leitner

    Wien denkt um: „Schwerer Fehler Grenzöffnung“ muss korrigiert werden

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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die Öffnung der Grenzen im Sommer 2015 für Migranten auf dem Weg nach Mitteleuropa ist laut Österreichs Außenminister Sebastian Kurz ein „schwerer Fehler“ gewesen. Dieser müsse nun schnellstens korrigiert werden, sagte der Politiker in einem Interview gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

    Trotz der Kritik an der Sperrung der Balkanroute für Flüchtlinge und der Einführung der Obergrenze für Asylbewerber besteht Österreichs Außenminister weiter auf einem Stopp der „Durchwink“-Politik und möglichst schnellen Vereinbarungen mit der Türkei.

    „Wir müssen das Durchwinken von Griechenland nach Norden stoppen. (…) Denn es kann nicht sein, dass die, die es bis nach Griechenland schaffen, automatisch weiterreisen dürfen", so Kurz gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

    Von der Schließung der Balkanroute und einer Kooperation mit der Türkei erhofft sich Kurz, dass sich weniger Menschen auf den Weg in die EU machen würden. Schließlich wollten jene, die nicht Schutz, sondern ein besseres Leben suchten, nicht unbedingt in einem Lager auf Lesbos, sondern in Mitteleuropa leben. Dorthin müsse ihnen im Zweifel der Weg versperrt werden. Niemand habe ein Grundrecht darauf, sich auszusuchen, wo er in der EU einen Asylantrag stelle.

    Es sei „moralisch nicht hochwertiger", die Flüchtlinge in der Türkei aufzuhalten, als sie in Griechenland oder Mazedonien zu stoppen, so der Außenminister. Wer es trotzdem nach Griechenland schaffe, müsse gleichwohl auch in Zukunft an der Weiterreise gehindert werden.

    Dass Griechenland vergangene Woche nicht zur Balkan-Konferenz nach Wien eingeladen worden war, begründete Kurz mit der fehlenden Bereitschaft Athens, den Zustrom aktiv zu reduzieren.

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    Grenzschließung, Migranten, Sebastian Kurz, Griechenland, Türkei, Europäische Union, Österreich