15:41 27 Oktober 2020
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    Die gegenwärtig angespannten Beziehungen zwischen Moskau und Washington sind ein Ergebnis des Hochmuts der USA gegenüber Russland, welches wiederum über die Nato-Erweiterung der letzten 25 Jahre besorgt ist. Das sagte der ehemalige US-Verteidigungsminister William Perry gegenüber der Zeitung The Guardian.

    Perry sieht nach eigenen Angaben die Nato-Erweiterung in Osteuropa als ersten Schritt auf dem Weg zu den Spannungen mit Russland. Moskau sei von diesem Prozess beunruhigt geworden und habe die USA aufgerufen, diese Expansionstendenz zu stoppen, so der Ex-Minister.

    Als Verteidigungsminister sei sich Perry damals noch im Klaren darüber gewesen, dass dies die Beziehungen zu Russland abkühlen könnte, und habe dazu aufgerufen, den Prozess zunächst zu verzögern. Doch US-Diplomaten und der damalige Vizepräsident Albert Gore sollen den Vorschlag nicht unterstützt, stattdessen gar erklärt haben, „die Probleme mit Russland später zu regeln“.

    Perry gab zu, dass Russland damals als eine „drittklassige Macht“ angesehen wurde, dessen Meinung keinerlei Bedeutung beigemessen wurde. Der Ex-Minister soll nach eigenen Worten diese Ansicht stets bestritten und versucht haben, Russlands Sichtweise den USA zu vermitteln.

    Die USA tragen größtenteils die Schuld an der Verschlechterung der Beziehungen zu Russland, die sich damals grundsätzlich gar zu verbessern schienen, schloss Perry.

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    Tags:
    Nato-Erweiterung, Beziehungen, Pentagon, William Perry, Russland, USA