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    Das Smolensk-Flugzeugunglück, bei dem 2010 mehrere polnische Spitzenpolitiker und Präsident Lech Kaczynski ums Leben kamen

    Duma-Abgeordnete beklagt antirussischen „Psychoterror“ aus Verteidigungsamt Polens

    © RIA Novosti . Oleg Mineev
    Politik
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    Polens Verteidigungsminister Antoni Macierewicz „verbreitet Psychoterror“ mit seinen „wahnhaften Aussagen“, die das Smolensk-Flugzeugunglück, bei dem 2010 der polnische Präsident Lech Kaczynski ums Leben kam, als Anschlag Moskaus bezeichnen, wie die Sicherheitsausschuss-Chefin der russischen Staatsduma, Irina Jarowaja, äußerte.

    Die polnische Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) und besonders dessen Abgeordneter Antoni Macierewicz hatten stets Kritik an der offiziellen Version des Flugzeugabsturzes 2010 bei Smolensk geübt: Das Flugzeugunglück sei keine Folge menschlichen Versagens und einer Fehlentscheidung des polnischen Präsidenten, sondern angeblich ein vom Kreml im Voraus geplanter und durchgeführter Anschlag gewesen.

    Nun bekleidet Macierewicz seit November 2015 den Posten des polnischen Verteidigungsministers und bleibt seinen russlandfeindlichen Theorien bis heute treu: Jüngst äußerte der Politiker, dass Polen damals zum „ersten Opfer des Terrorismus im Rahmen des heutigen Konflikts“ geworden sei und Russland die Schuld dafür trage.

    „Wen bezeichnet der polnische Verteidigungsminister als Terroristen? Vielleicht die Piloten und den Präsidenten, die eigenhändig Entscheidungen trafen und deren falsche Handlungen zu der Tragödie führten? Um das als Terrorismus zu bewerten, muss man vollkommen nicht bei Sinnen sein“, antwortete Jarowaja auf die Anschuldigungen. 

    Solche „wahnhaften Aussagen“ des polnischen  Kriegsministers seien „Psychoterror“, so Jarowaja.

    „Wie kann ein Verteidigungsminister die Sicherheit seiner Bürger gewährleisten, wenn er selbst Falschaussagen macht und sich das Recht vorbehält, einen Informationskrieg zu entfesseln, der die Grundlagen von Vertrauen und Sicherheit zerstört?“, fügte sie hinzu. 

    Sie hoffe darauf, dass das polnische Volk derartige Dummheiten erkennen könne und die Aussagen von Macierewicz als ein „bedauerliches Missverständnis“ ansehe.

    Auch der Kreml hat offiziell Stellung zu den Worten des polnischen Verteidigungsministers genommen: Laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, müsse man nach den ausführlichen und umfangreichen Ermittlungen  der Flugzeugtragödie solche Aussagen, die nichts mit den realen Umständen der Tragödie zu tun hätten, als unbegründet und voreingenommen erachten.  

    Vor fast sechs Jahren, am 10. April 2010,  war bei Smolensk der polnische Präsidentenjet abgestürzt. Alle 96 Menschen an Bord kamen ums Leben, darunter polnische Spitzenpolitiker einschließlich des Präsidenten Lech Kaczynski. Nach Angaben der russischen Ermittler ist der Absturz unmittelbar darauf zurückzuführen, dass die Piloten die Warnungen der russischen Fluglotsen ignorierten und beschlossen, trotz Nebels in Smolensk zu landen. Polens Luftwaffenchef Andrzej Blasik soll mit 0,6 Promille Alkohol im Blut die Piloten trotz wiederholter Warnungen der russischen Fluglotsen zur Landung gezwungen haben.

    Das Zwischenstaatliche Luftfahrtkomitee (MAK) hatte im Jahr 2011 den Endbericht über die Ergebnisse einer technischen Untersuchung veröffentlicht, laut denen das Flugzeugunglück durch die Entscheidung der Crew, keinen Ausweichflughafen anzufliegen, sowie durch unzureichende Flugsicherung und mangelnde Pilotenausbildung verursacht worden war.

    Macierewicz hatte als Leiter der parlamentarischen Untersuchungskommission zum  Flugzeugunglück behauptet, dass es zuvor an Bord mehrere Explosionen gegeben hätte.

     

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    Tags:
    Flugzeugunglück, Terroranschlag, Flugzeugabsturz, Smolensk-Flugzeugunglück, Antoni Macierewicz, Lech Kaczynski, Smolensk, Polen, Russland