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    Russischer Kampfjet Su-30 SM auf dem Stützpunkt im syrischen Hmeimim

    Abzug aus Syrien: Zweite russische Kampfjet-Staffel abgeflogen

    © Sputnik / Ramil Sitdikov
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    Nach dem Abzugsbefehl von Präsident Wladimir Putin haben bereits zwei Staffeln der russischen Luftwaffe Syrien verlassen. „Die beiden ersten Flugzeug-Gruppen sind bereits abgeflogen und haben Kurs auf Russland genommen“, berichtet der Nachrichtensender Vesti 24 vom russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Latakia.

    Bereits zuvor hatte das Moskauer Verteidigungsministerium bestätigt, dass am Dienstag eine Tu-154 und mehrere Su-34-Bomber Syrien verlassen hätten. Sputnik überträgt den Truppenabzug live.

    Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte am Dienstag ankündigt, dass der Großteil der russischen Streitkräfte ab Dienstag aus Syrien abgezogen werde. „Die Aufgabe, die dem Verteidigungsministerium und den Streitkräften gestellt wurde, ist im Großen und Ganzen erfüllt“, begründete der Kremlchef die Entscheidung. Er hoffe, der Beschluss sei für alle Seiten ein Signal und dass dadurch „das Vertrauensniveau bei allen Beteiligten des Friedensprozesses erheblich steigen“ werde.

    Russland will jetzt eine größere Rolle im Friedensprozess spielen. Die verbleibenden Truppen sollen „die wichtige Funktion der Kontrolle über die Feuereinstellung“ übernehmen und zur Entstehung von Bedingungen für den Friedensprozess beitragen, hieß es. Auf die Frage, unter welchen Umständen die russische Luftwaffe noch einmal nach Syrien zurückkehren könnte, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Dienstag, der Kreml befasse sich nicht mit geopolitischen Prognosen.

    Die russische Luftwaffe hatte seit Ende September auf Bitte der Regierung in Damaskus Angriffe gegen Stellungen der Terrororganisationen Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS), al-Nusra-Front und anderer in Syrien geflogen. Diese Terrorgruppen hatten in den vergangenen Jahren weite Teile des vorderasiatischen Landes erobert. Mit Hilfe der russischen Luftwaffe konnte die syrische Regierungsarmee die Dschihadisten aus vielen Orten vertreiben.

    Laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu gelang es der russischen Luftwaffe, die Terroristen von der Waffen- und Munitionsversorgung abzuschneiden, Ölschmuggelwege zu kappen und die Dschihadisten in vielen Provinzen zurückzudrängen. Mehrere Tausend Terroristen seien getötet worden, darunter etwa 2.000 russische Bürger, die auf der Seite des IS und weiterer Terrorgruppen gekämpft hatten.

    Seit dem 27. Februar gilt in Syrien eine Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und bewaffneten Rebellen. Die von Russland und den USA vermittelte Feuerpause nimmt Angriffe auf die vom UN-Sicherheitsrat als terroristisch eingestuften Gruppen aus. Zudem hat das russische Militär lokale Waffenstillstände zwischen Rebellen und Behörden vermittelt. Ein Aussöhnungszentrum auf dem russischen Stützpunkt in Latakia hat dabei eine große Rolle gespielt.

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    Tags:
    Hmeimim, Latakia, Syrien, Russland