19:21 24 Juni 2019
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    Erste russische Kampfjets verlassen SyrienGespräche über eine Syrien-Regelung in Genf

    Günstig für Genfer Syrien-Fortschritte: Opposition würdigt russischen Truppenabzug

    © Foto : Ministry of defence of the Russian Federation © AFP 2019 / Fabrice Coffrini
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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Russland hat sich für den Abzug seiner Luftstreitkräfte aus Syrien entschieden, um Bedingungen für einen Fortschritt bei den Verhandlungen in Genf zu schaffen – nicht, um den Krieg fortzusetzen, wie der Vertreter der kurdisch-arabischen Koalitionseinheiten „Demokratische Kräfte Syriens“, Talal Selo, am Mittwoch gegenüber RIA Novosti sagte.

    „Ich bin mir sicher, dass Russland seine Kräfte abzieht, um Bedingungen für die Verhandlungen zu schaffen und nicht für eine Fortsetzung des Krieges“, sagte Selo.

    Wie die Opposition diesen Schritt nutzen werde, bleibe jedoch abzuwarten. Selo zufolge kann es sein, dass die Opposition die Entscheidung Moskaus zur Weiterführung des Kriegs ausnutzt – jetzt, wo die syrischen Regierungstruppen ohne Unterstützung verbleiben.

    „Die Opposition verlässt in diesem Fall den Verhandlungstisch und fällt erneut über das Regime (des Präsidenten Baschar Assad – Red.) her. Wenn sie das jedoch zur Aufnahme von Verhandlungen und zur Beilegung der syrischen Krise ausnutzt, wäre das zweifellos positiv“, so Selo. Dem Vertreter der „Demokratischen Kräfte Syriens“ zufolge „hat der Abzug russischer Kräfte zum Ziel, die syrische Regierung bei den Verhandlungen in Genf flexibler zu machen“.

    „Russlands Truppen werden auch abgezogen, damit das Regime ebenfalls Zugeständnisse zugunsten der Verhandlungen machen kann. Die Regierung beharrte bislang auf ihrer Meinung, weil sie der Ansicht war, solange die russischen Streitkräfte sie unterstützten, hätte sie einen Trumpf im Ärmel – sowohl auf dem Schlachtfeld, als auch bei den Verhandlungen“, sagte Selo weiter.

    Die „Demokratischen Kräfte Syriens“ sind eine Vereinigung der bewaffneten Oppositionskräfte im Norden Syriens.

    Am Montagabend hatte Präsident Putin das Verteidigungsministerium in Moskau angewiesen, den größten Teil der russischen Truppen aus Syrien abzuziehen. Die russische Armee habe die ihr gestellten Aufgaben im Großen und Ganzen erfüllt. Putin äußerte die Hoffnung, dass der Truppenabzug allen Konfliktparteien ein gutes Signal senden und zur friedlichen Beilegung des Konfliktes beitragen werde. Dabei sollen der Marinestützpunkt in Tartus und die Luftwaffenbasis in Hmeimim bei Latakia weiter in Betrieb bleiben.

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    Tags:
    Syrien-Regelung, Luftstreitkräfte Russlands, Syrische Regierungsarmee, Demokratische Kräfte Syriens, Talal Selo, Genf, Syrien, Russland