16:31 17 Februar 2020
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    Damaskus hat die Ausrufung einer autonomen Region im Norden Syriens durch syrische Kurden als illegitim bezeichnet, wie die Agentur Sana mitteilt.

    „Die syrische Regierung warnt vor jeglichem Versuch, die Einheit und territoriale Integrität Syriens zu beschädigen, egal unter welchem Namen“, zitiert Sana den syrischen Außenminister. 

    Wie der Co-Vorsitzende der kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), Salih Muslim, gegenüber Ria Novosti erklärte, werden die syrischen Kurden auch nach der Verkündung der Autonomie innerhalb der syrischen Grenzen bleiben. 

    „Die Benennung ist nicht so wichtig. Das Wichtigste sind Beziehungen und die Bildung eines gewissen neuen Systems. Wir werden innerhalb der Grenzen Syriens bleiben“, sagte er.

    Laut Muslim geht es hierbei vor allem um die Beziehungen zwischen den von der Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) befreiten Gebieten und der demokratischen autonomen Administration Rodjava, Provinz Haseke.

    „All dies gehört zur Frage der Schaffung eines Beziehungssystems zwischen den Seiten“, sagte er. 

    Laut dem TV-Sender Sky News Arabia hat sich die syrische Koalition der Oppositions- und Revolutionskräfte bereits gegen die Verkündung der autonomen Region durch die Kurden ausgesprochen.   

    „Die Festlegung der staatlichen Ordnung Syriens ist kein Vorrecht einer einzelnen Gruppe oder eines Teils des Volkes. Die Versuche, irgendwelche Gebilde oder einzelne Kreise zu bilden, entziehen dem syrischen Volk seinen Willen“, zitierte der TV-Sender die Erklärung  der syrischen Koalition der Oppositions- und Revolutionskräfte.

    Die nationale Koalition trete für die Einheit des syrischen Staatsgebiets und des Volkes Syriens ein.   

    Auch die Türkei akzeptiere die Bildung neuer Strukturen in Syrien und einseitige Schritte, denen eine einzelne Ethnizität zugrunde liege, nicht,  berichtet Reuters unter Verweis auf einen ranghohen türkischen Beamten. Laut dem Informanten muss das syrische Volk gemeinsam über die Zukunft Syriens entscheiden. 

    Syriens Kurden hatten am Donnerstag im Norden des Landes eine autonome Region ausgerufen. Im syrischen Rumeila, Provinz Haseke, hatten sich rund 200 Delegierte von mehr als 30 politischen Parteien versammelt, um die Bildung einer regionalen autonomen Administration im Norden Syriens zu verkünden. Die von den Kurden kontrollierten Gebiete sollen „Selbstverwaltung Nordsyrien“ genannt werden. Die Behörden der autonomen Kreise sollen die Interessen aller auf diesem Territorium lebenden ethnischen Gruppen vertreten.

    Die Assad-Regierung hat gegenwärtig keinen Einfluss auf das Territorium des  syrischen Kurdistan, wo rund 4,6 Millionen Menschen leben, darunter 2,5 Millionen Kurden.

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    Tags:
    Kurdenpartei PYD, Kurden, Autonomie, syrische Koalition der Oppositions- und Revolutionskräfte, TV-Sender Sky News Arabia, Agentur SANA, Terrormiliz Daesh, Salih Muslim, Türkei, Syrien