05:25 23 Juni 2017
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    Russland Präsident Wladimir Putin (Archivbild)

    Berater Sarkozys: „In Frankreich ist Putin populärer als Hollande“

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    Politik
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    Russland ist momentan demokratischer als Frankreich, sagt Yvan Blot, ehemaliges Mitglied der französischen Nationalversammlung und des Europaparlaments, heute Berater von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy, bei der Präsentation seines Buches „La Russie de Poutine“ ("Putins Russland") in Moskau.

    Wie er in einem Interview mit dem Portal Lenta.ru sagte, vergleicht er in seinem Buch Wladimir Putin und Charles de Gaulle.

    „Ich war mehr als zehn Jahre lang Mitglied des Europaparlaments und habe in jenen Jahren Russland sehr oft besucht“, sagte Blot, „Mit Verwunderung musste ich dabei feststellen, dass sich das Land völlig verändert hat. Ich habe für mich ein neues Russland entdeckt, obgleich ich bis dahin die verbreitete Vorstellung geteilt hatte, Russland sei bloß ein Teil der Ex-Sowjetunion. In Frankreich aber merkte ich, dass die meisten Einwohner Europas Russland gar nicht kennen – für sie ist es das gleiche Land, wie es zu Sowjetzeiten war.“

    „Deshalb habe ich mir das Ziel gesetzt, den Franzosen und allen Europäern zu erklären, dass Russland nicht mehr wie früher ist", so Blot. Dabei sei er oft auf Voreingenommenheit und Klischees gestoßen.

    „Offizielle Medien vertreten antirussische und Anti-Putin-Positionen“, fuhr Blot fort, „Natürlich hat die Propaganda eine starke Wirkung auf viele Menschen, insbesondere auf die ältere Generation – sie glaubt, was im Fernsehen gesagt wird. Zugleich stellen Soziologen fest, dass heute rund 40 Prozent der Franzosen positiv gegenüber Präsident Putin eingestellt sind – hauptsächlich junge Leute, die das Internet aktiv nutzen.“

    Der russische Militäreinsatz in Syrien habe diesen prorussischen Stimmungen Aufwind verschafft. „Momentan ist Wladimir Putin in Frankreich populärer als Präsident Francois Hollande, dessen Sympathie-Rating bei 20 Prozent liegt“, so Blot.

    Zur Freundschaft zwischen Nicolas Sarkozy und Wladimir Putin befragt, sagte der Berater des französischen Ex-Präsidenten: „Historisch ist es so entstanden, dass jeder, der Frankreichs Präsident wird, zunächst seine maximale Loyalität gegenüber den USA zeigt und eine konfrontative Haltung gegenüber Russland. Mit der Zeit wird er aber des Drucks aus Amerika müde, diese Beziehungen verschlechtern sich, sodass der Präsident seine Ausrichtung in Richtung Russland und Osteuropa ändert. Dies geschah auch mit Sarkozy.“

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    Tags:
    Charles de Gaulle, Nicolas Sarkozy, François Hollande, Wladimir Putin, Syrien, Frankreich, Russland
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