06:07 08 August 2020
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    Auf die negative Interdependenz der westlichen, darunter auch britischen Russland-Politik und der tendeziösen Russland-Berichterstattung in westlichen Medien haben britische Experten bei einer Videobrücke London-Moskau hingewiesen, die von der internationalen Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya veranstaltet wurde.

    „Washington und London brauchen eine Revision in der Politik gegenüber Russland“, sagte Matthew Gordon-Banks, Direktor der Forschungsrichtung „Nahost und Südasien“ am internationalen Institut für strategische Angelegenheiten, bei einer Videobrücke in der internationalen Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya. „Ich habe David Cameron persönlich zur konstruktiveren Politik gegenüber Russland aufgefordert. Ich glaube, Wladimir Putin hat durch den Truppenabzug aus Syrien gezeigt, dass ein längerer Einsatz keine Option für Russland ist. Ich möchte mich auch im Namen des britischen Volkes für die Worte von Philip Hammond entschuldigen, die sehr negativ gegen Russland gerichtet waren“, sagt er. Russlands Handlungen seien ihm zufolge zu einem „Game Changer“ in der Syrien-Krise geworden.

    Laut Dr. Tara McCormack, Dozentin am Lehrstuhl für internationale Politik und internationale Beziehungen an der Universität Leicester, hat eine Überreaktion der britischen Medien vor allem mit einer inkompetenten Berichterstattung zu tun: „Ich glaube, die britischen Massenmedien kommen mit der Aufgabe einer objektiven Berichterstattung zur Syrien-Krise und zur Rolle Russlands in diesem Konflikt nicht zurecht. Es besteht kein Zweifel, dass die Verhandlungen erst dank den US-russischen Vereinbarungen möglich wurden.“

    „Die USA und Russland spielen selbstverständlich eine sehr wichtige Rolle in der Krisenlösung, es bleibt aber unklar, wie die politische Situation in Syrien zu verbessern ist, wenn Assad an der Macht bleibt“, fügte Dr. McCormack hinzu.

    Auch Andrej Sidorow, Inhaber des Lehrstuhls für internationale Organisationen und politische Prozesse an der Lomonossow-Universität Moskau, hält das Russland-Bild in den Medien für verzerrt: „Aus Russland wird in den westlichen Medien ein Feind gemacht: Russlands Handlungen werden absichtlich verzerrt. Was Russland auch immer tun mag, alles wird kritisiert. Ich halte den Syrien-Einsatz Russlands für sehr effektiv: Daesh wurde wesentlich geschwächt.“

    Zu einer nachhaltigen politischen Lösung  der Syrien-Krise können laut Dr. Tara McCormack  weder die USA noch Russland beitragen: „Diese wird von den Syrern selbst ausgehen. Man muss zugeben, dass sich Obama und Kerry konstruktiv und kooperationswillig gegenüber Russland gezeigt haben. Es zeichnet sich ein Ausweg aus der ziemlich chaotischen Politik des Westens an.“

    Ein Fortschritt in der Konflikt-Lösung sei jedoch erst möglich, wenn das Hauptziel tatsächlich im Kampf gegen den Terrorismus bestehe, meinte Sidorow weiter: „Wenn sich die USA den Kampf gegen den internationalen Terrorismus zum Hauptziel machen, wird es einen starken Fortschritt geben. Wenn die USA gegen den internationalen Terrorismus kämpfen werden, um ihre internationale politische Macht zu stärken, wird es jedoch große Probleme geben. Bisher haben die USA gerade auf solche Politik gesetzt.“

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    Tags:
    Tara McCormack, Wladimir Putin, David Cameron, Großbritannien, USA, Russland