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13:16 18 August 2019
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    Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina

    Bosnisch-serbischer Präsident empört über Urteil gegen Karadžić: „Selektive Justiz“

    © AP Photo / Amel Emric
    Politik
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    Die meisten Serben schätzen das Urteil des Haager Kriegstribunals gegen Radovan Karadžić nicht als eine hochqualitative juristische Arbeit und nicht als Suche nach der Wahrheit ein, wie Milorad Dodik, Präsident der Republika Srpska in Bosnien-Herzegowina, in einem Interview für Sputnik sagte.

    Dodik verwies darauf, dass niemand in Bosnien-Herzegowina Verantwortung für die Verbrechen gegenüber den Serben getragen hat. „…Es kann mit vollem Recht behauptet werden, dass keine Gerechtigkeit gegenüber den serbischen Opfern geübt wird und die Geschichte, die im Haager Tribunal geschrieben wird, äußerst einseitig ist.“

    Das UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) in Den Haag hat den früheren bosnischen Serbenführer Radovan Karadžić wegen Kriegsverbrechen im Konflikt von 1992-1995 in Bosnien-Herzegowina zu insgesamt 40 Jahren Haft verurteilt.

    Dodik ist überzeugt, dass dieses Verdikt der Versöhnung der Völker in Bosnien-Herzegowina nicht förderlich sein wird. Naser Oric (Ex-Kommandeur der Gruppierung der bosnischen Muslime – Anm. d. Red.) laufe in Sarajevo frei herum, obwohl es Beweise dafür gebe, dass er während des Krieges Verbrechen begangen habe, sagte der Präsident der Republika Srpska. „Das spricht dafür, dass wir es mit einer selektiven Justiz zu tun haben.“

    Dodik merkte zugleich an, dass das gegen Karadžić gefällte Urteil den Status der Republika Srpska auf keine Weise beeinflussen werde. Vor dem Haager Tribunal seien einzelne Personen und nicht die Republika Srpska angeklagt worden, so Dodik. Doch das Ziel des Tribunals, das darin bestehe, die Völker von Ex-Jugoslawien miteinander zu versöhnen, sei nicht erreicht worden und das gegenseitige Misstrauen unter den Bürgern von Bosnien-Herzegowina sei noch mehr verschärft worden, so Dodik.

    „Das Urteil gegen Karadžić ist drakonisch, aber Sarajevo ist trotzdem unzufrieden, denn es möchte, dass es weder Radovan noch die Republika Srpska gibt“, so Dodik.

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    Tags:
    Radovan Karadžić, Milorad Dodik, Republika Srpska, Bosnien-Herzegowina