23:43 18 Januar 2019
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    WikiLeaks: Clinton wollte Assad stürzen und Syrien für Israel vernichten

    © AFP 2018 / Jim Watson
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    Die Obama-Administration hat am Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien entscheidend mitgewirkt – unter dem Vorwand, Israel zu unterstützen. Das geht aus einem Brief Hillary Clintons hervor, berichtet das russische Onlineportal „warfiles.ru“.

    Die Drucksache F-2014-20439 mit der Nummer C05794498 sei Teil der bei WikiLeaks veröffentlichten Korrespondenz von Hillary Clinton, die sie als US-Außenministerin zwischen 2009 und 2013 von ihrer privaten Mailadresse aus geführt hatte.

    Der beste Weg, Israel dabei zu unterstützen, dem wachsenden Atompotential des Irans zu begegnen, sei es, den Menschen in Syrien beim Sturz des aktuellen Regimes Baschar al-Assads zu helfen, zitiert das Onlineportal das Dokument.

    Zu dem Zeitpunkt habe Clinton geglaubt, dass Verhandlungen mit dem Iran die Islamische Republik nicht davon abhalten würden, angereichertes Uran – das Kernelement aller Atomwaffen – herzustellen.

     

     

    „Die Verhandlungen über die Eindämmung des iranischen Atomprogramms werden Israels Sicherheitsdilemma nicht lösen. Zudem werden sie den Iran nicht davon abhalten, Uran anzureichern und Kernwaffen zu produzieren. Der Verhandlungsprozess zwischen den Weltmächten und dem Iran wird die Kriegsentscheidung Israels im besten Falle hinauszögern. Dies wird jedoch nur einen massiven Konflikt im Nahen Osten provozieren“, schrieb Clinton laut dem Nachrichtenportal in ihrem Brief.

    Irans Atompotential, schreibt das Portal, werde nach Clintons Ansicht Gegenmaßnahmen vonseiten arabischer Staaten wie Saudi-Arabien und Ägypten hervorrufen. Diese Länder könnten sich das Ziel setzen, ebenfalls zu Atommächten aufzusteigen: „Infolge dessen entsteht ein nukleares Ungleichgewicht, in dem Israel mit seinen üblichen Mitteln des militärischen Vorgehens in Syrien und Libyen nicht mehr reagieren kann. Wird der Iran die nukleare Schwelle überschreiten, wird es Teheran leichter haben, Israel mit der Hisbollah und seinen Verbündeten in Syrien anzugreifen. Denn die Atomwaffen werden zu einem Abschreckungsfaktor“, heißt es weiter in Clintons Brief.

    „Die strategischen Beziehungen zwischen dem Iran und dem Regime Assads ermöglichen es dem Iran potentiell, die Sicherheit Israels ohne direkten Angriff zu untergraben. Der Sturz Assads wird diesem gefährlichen Bündnis ein Ende bereiten. Die israelische Führung versteht bestens, warum es in ihrem Interesse ist, dies zu tun“, betont Hillary Clinton in ihrem bei WikiLeaks veröffentlichten Brief.

    Ferner schlage Clinton vor, so das Nachrichtenportal, die syrische Opposition dazu zu nutzen, eine neue staatliche Ordnung in Syrien zu etablieren: „Aus nachvollziehbaren Gründen scheut die Obama-Administration die Beteiligung an einer Luftoperation in Syrien, denn die Vereinigten Staaten haben Erfahrungen mit Libyen. Anders als die libysche Opposition sind die syrischen Aufständischen nicht geeint und halten kein konkretes Gebiet in Syrien unter ihrer Kontrolle. Die Arabische Liga hat keine Militäroperation angefordert, wie es in Libyen der Fall war. Dort war es einfacher, weil das Ziel der USA darin bestand, die Zivilbevölkerung vor dem Kaddafi-Regime zu retten, und die Militäroperation selbst hatte keine derart kolossale Bedeutung für den Nahen Osten.

    Syrien ist eine andere Sache. Wenn wir in der Arabischen Republik Syrien jedoch erfolgreich sind, wird dies die gesamte Region buchstäblich verwandeln. Erstens wird ein weiterer brutaler Diktator einer massiven Verurteilung vonseiten des Volkes und der Opposition unterzogen. Zweitens wird der ganze Nahe Osten zum Besseren verändert, weil der Iran seinen Halt verlieren wird. Danach wird Teheran weder Israel bedrohen noch die Region destabilisieren können“, so Clinton.

    Es sei anzumerken, dass das Datum der Korrespondenz bei WikiLeaks fehlerhaft angegeben ist: 31. Dezember 2000. Aus Clintons Dokument, so das Portal, lasse sich jedoch schließen, dass es hier um die Jahre 2010 bis 2011 – den Beginn des Arabischen Frühlings – gehe. Clinton spreche in ihrem Brief von Verhandlungen zum iranischen Atomprogramm, die im Mai 2012 in Istanbul stattfanden. Laut dem Nachrichtenportal ist der Brief am 31. Dezember 2012 verfasst worden.

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    Tags:
    Baschar al-Assad, Hillary Clinton, Israel, Iran, USA, Syrien