04:51 24 November 2017
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    Serbischer Politiker Seselj: „EU ist ein Grabmal für Kleinvölker“

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    Politik
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    Die Serbische Radikale Partei (SRS) vertritt die Auffassung, dass Serbien von dem so genannten europäischen Weg baldigst abbiegen und sich auf eine aufrichtige und umfassende Zusammenarbeit mit Russland konzentrieren muss, wie der SRS-Vorsitzende Vojislav Seselj der Online-Zeitung gazeta.ru sagte.

    „Wir befürworten den Beitritt Belgrads zur Zollunion (von Russland, Weißrussland und Kasachstan – Anm. d. Red.) und zur Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS, von Russland geführtes Militärbündnis)“, so Seselj.

    Das serbische Volk habe immer Russland und dessen Volk innig geliebt, so der Politiker. Ihm zufolge sind verschiedene serbische Ministerkabinetts seit 2000 bei ihrer Zusammenarbeit mit der Russischen Föderation falschherzig gewesen. „Sie haben ihre freundschaftlichen Beziehungen und ihre Partnerschaft mit Moskau größtenteils nur deklariert, in Wirklichkeit aber der EU den Vorrang gegeben“, so Seselj.

    Zu der für den 24. April angesetzten Parlamentswahl sagte Seselj, es handle sich um ein Referendum darüber, ob die Serben mit Russland zusammenarbeiten wollen oder sich auf die Europäische Union orientieren werden.

    „Die Europäische Union ist ein Grabmal für Kleinvölker. Die Hälfte unseres Volkes will keinen Beitritt unseres Landes zur EU“, betonte Seselj.

    „Die Serben sind ihrem Wesen nach Russenfreunde und werden, wie ich hoffe, viele Stimmen für uns (SRS – Anm. d. Red.) abgeben, weil wir immer für die Partnerbeziehungen mit Russland aufgetreten sind. Wir sind schon auf die Wahlen vorbereitet. SRS ist völlig konsolidiert und stellt einen ernst zu nehmenden Faktor auf der politischen Bühne in Serbien dar… Wie Umfragen zeigen, können wir mehr als 20 Prozent der Wählerstimmen erhalten“, sagte Seselj.

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    Zusammenarbeit, Serbien